CODY - Fractures

CODY- Fractures

Nordic / VME / Soulfood
VÖ: 01.02.2013

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Sieben auf einen Streich

Schon die Gebrüder Grimm wussten es: Sieben ist eine magische Zahl. Und so gab es einige Märchen, die eben jene Ziffer im Namen trugen. Man denke nur an "Der Wolf und die sieben Geißlein" oder "Schneewittchen und die sieben Zwerge". Und da Märchen gar nicht so weit weg sind von der Band CODY (= Come On Die Young), kann hier getrost die Überleitung geschlagen werden zu dieser Indie-Folk Gruppe mit - na, wer errät's? - sieben Mitgliedern. Märchen sind hier tatsächlich gar nicht so weit hergeholt, denn irgendwie ist die Musik, die CODY auf ihrem neuen Album "Fractures“ präsentieren, märchenhaft. Geschichten mit ihren Songtexten zu spinnen, klappt sehr gut, und auch die angenehm ruhige Stimme von Sänger und Frontmann Kaspar Kaae passt hervorragend. Zählt man also Eins und Eins zusammen, so ergibt sich ein wunderbar kombiniertes und fusioniertes zweites Album.

Bei sieben Leuten kommen selbstverständlich so einige Instrumente zusammen. Nur Gitarre, Schlagzeug und Bass wären ja auch langweilig. Wie es sich für einen satten Folk-Sound gehört, darf die Trompete nicht fehlen, die gleich im ersten Song schwelgerische Töne anschlägt. Eine Posaune gibt’s natürlich auch, und bei "Caroline“ wird’s dann noch bunter: Ein dezent im Hintergrund gehaltenes Akkordeon und eine leise Klarinette untermalen perfekt die etwas besinnliche Stimmung des Liedes. Generell wissen CODY es, die Instrumente bestmöglichst einzusetzen, sodass es nie zu kitschig oder zu abgedroschen klingt. Alles ist eher unaufdringlich, ohne langweilig zu wirken. Im Gegenteil: Gerade mit dieser sympathischen Zurückhaltung schaffen sie es, den Hörer für sich zu gewinnen. Selbstverständlich kann die Musik hier auch nur zum Nebenbeihören genutzt werden, zu empfehlen ist es aber, auf den etwas wehmütigen, malerischen Sound und die intelligenten Texte zu achten.

Wer dieser Empfehlung nachgeht, der verpasst auch nicht die ab und an fabrizierten Rhythmuswechsel innerhalb der Lieder. So denkt man vielleicht zuerst bei "Grey birds“, dass alles nach fast eineinhalb Minuten schon wieder vorbei ist, dabei geht’s nach einem kurzen Stopp weiter, allerdings mit komplett veränderter Songstruktur. Dadurch wird, neben dem Moment der Überraschung und Abwechslung, natürlich auch das typische und längst abgenutzte Strophe-Refrain-Strophe-Schema vermieden, wobei CODY da sowieso immer wieder drauf verzichten. Starke Worte können trotzdem rübergebracht werden. Und schöne Musik sowieso. Und das in oft bis zu fünf Minuten andauernden Songs, die auch mal stellenweise ganz ohne Gesang und nur mit Instrumentalteilen auskommen.

CODY haben sicher viel Fleiß und zermarterte Gedanken in ihr zweites Werk gepackt, so wie es sicherlich alle Musiker machen, oder zumindest die meisten, die mit Herzblut dabei sind. Bei "Fractures" kann man den Eifer zumindest erahnen. Gerade das macht so Spaß beim Hören. Und wenn sie nicht gestorben sind, musizieren sie noch heute.

(Nora-Lynn Höhl)

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Highlights

  • Grey birds
  • Rocky mountains
  • Go Home

Tracklist

  1. Disharmony
  2. Grey birds
  3. Mirror
  4. Caroline
  5. August
  6. Fractured
  7. Close the door
  8. Cellar
  9. Rocky mountains
  10. Fortelling
  11. The ghost of today
  12. Go home

Gesamtspielzeit: 49:53 min.

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