Black Light Burns - Lotus island

Black Light Burns- Lotus island

Ninetone-Membran / Sony
VÖ: 25.01.2013

Unsere Bewertung: 2/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Gagaismus in Reinform

Was treibt der Borland da? Wieder lümmelt er mit seinem "Avantgarde-Alter-Ego" Spalier. Wunderbar. Was ist aus der einstigen Supergroup Black Light Burns geworden, nachdem alles, was super an dem Projekt war, nämlich Danny Lohner, Josh Eustis und Josh Freese, die Band verlassen haben? Lediglich eine Group, die versucht, ihre Existenzberechtigung zu behalten. Mission failed!

Wurden dem extrovertierten Limp-Bizkit-Gitarrero die eigenen "wicked dive bomb riffs", wie er sie im Booklet von "Gold cobra" noch stolz titulierte, etwa wieder langweilig? So scheint es. Stattdessen musste ein ambitioniertes Projekt her: ein imaginärer Trip in die Welt des Films, mit dem passenden alternativen Filmsoundtrack. Doch welcher Film könnte einem ambitionierten Künstler die passende Vorlage bieten? Natürlich Alejandro Jodorowskys verstörendes "La Montaña sagrada", das bereits John Lennon mit esoterischem Schickschnack in euphorische Freudenwallungen versetzte.

"Lotus island" bleibt aber eine kreative Nullnummer und stets der Belanglosigkeit verhaftet. Es wird sich nicht davor gescheut, so zu klingen, als hätte der Macher in dem unzumutbaren B-Seiten-Oeuvre des seit 2006 erlöschenden Sterns von Marilyn Manson geplündert. Und da wäre wieder die Verbindung zu Jodorowsky, fungierte dieser doch als "Alchemist" in seiner alten Rolle aus "La Montaña sagrada", als Zeremonienmeister bei der Trauung Mansons mit Dita Von Teese. Das jedoch ist Gossip. Was zählt, ist Borlands Musik. Diese verbleibt im entwässerten Sumpf des billigsten Industrialrock stecken. Wo Borland den respektablen Versuch unternommen zu haben scheint, Anspruch zu pachten, nämlich in Rückgriff auf populäres Kulturgut, landet er schließlich bei einem Bankrott der Sinnhaftigkeit. Und das konzeptuell wie musikalisch.

Denn in erster Linie erwarten den Hörer Wabern, unzusammenhängende Klangfetzen, unterlegt mit leichten Beats, wieder Wabern, etwas Gitarre und wieder Wabern im Streichermorast. Dieser sogenannte "Filmscore" würde vermutlich nicht einmal mit den dazugehörigen Bildern Sinn ergeben, schon gar nicht mit denen von "La Montaña sagrada". Was bei Fantômas noch dadaistisch um die Ecke weht, bildet hier eine neue Stoßrichtung: Gagaismus in Reinform. Neben den leidigen Soundcollagen finden sich tatsächlich ganze vier Lieder mit Struktur. Was bei anderen Musikern kaum eine Maxi-CD füllt, konserviert der vor Kreativität in Geberlaune gebrachte Borland auf einem ganzen Album. Respekt. Das Problem daran ist: Es klingen alle vier gleich notorisch überanstrengt und öde. Wie schlechte Marilyn-Manson-B-Seiten eben. Auch für eine Group ist so etwas unter Stallpflicht zu verbuchen. "Lotus island" ist im Grunde wie ein Busenblitzer bei den Stars. Es ist mal lustig, aber nach hundert dieser kleinen Unfälle nur noch ennuyant und vor allem eines: für die betreffenden Personen schlichtweg peinlich.

(Peter Somogyi)

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Highlights

  • The hate of my life
  • My love has come for you

Tracklist

  1. The alchemist
  2. The thief
  3. The city
  4. It's good to be gold
  5. The opportunists
  6. The hate of my life
  7. The dancers
  8. It rapes all in it's path
  9. The parasite
  10. My love is coming for you
  11. The master

Gesamtspielzeit: 40:24 min.

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