Toro Y Moi - Anything in return

Toro Y Moi- Anything in return

Carpark / Indigo
VÖ: 25.01.2013

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Popaganda

Wir müssen mal eine Lanze brechen - eine Lanze für Popmusik. Die hat in den letzten Jahren nun wirklich genug gelitten, wurde durch den Dreck gezogen, mit allerlei Unverschämtheiten versehen und stand irgendwann für Menschen, die irgendwie niemand mochte, aber mit ihren Verbrechen am menschlichen Gehörgang ständig oben in den Charts standen. Sei es die berüchtige Europop-Welle aus den 1990ern, der daraufhinfolgende Bubblegum-Pop, den man dank diverser Boy- und Girlbands nur mit Mühe und Not von der Schuhsohle kratzen konnte, oder die R'n'B-Dance-Soul-Pop-Grütze, die seither einfach nicht totzukriegen ist. Armer Pop. Dabei ist er eben einfach nur populär, kommerziell nicht unbedingt immer massiv erfolgreich, aber immerhin bekannt. Chazwick Bundick etwa ist sehr stolz darauf, dass er Pop macht - Moment: Chazwick wer?

Bundick ist der Kopf, das Gesicht, einfach alles von Toro Y Moi, ein Projekt, das sich seit ein paar Jahren einer größer werdenen Beliebtheit erfreuen darf und hier und da immer wieder Chillwave genannt wird, weil natürlich alles einen neuen Namen und eine neue Schublade benötigt. Dabei will Bundick selbst nur Popmusik machen, möglichst große und viel, und sie von ihrem anhaltenden Image befreien. Spätestens seit seinem zweiten Album "Underneath the pine" sollte ihm zumindest ein erster Vorstoß geglückt sein, mit seinem neuen Album "Anything in return" setzt der 26-Jährige nun zum großen Schlag an. Die ersten Klänge sind vielversprechend, der Opener "Harm in change" pulsiert langsam los, entwickelt sich mehr und mehr zu einem Funk-Kracher und gipfelt schließlich in einer kunterbunten Klang-Explosion. Nicht schlecht für den Anfang.

Die Revolution geht weiter. Sei es soulig mit "High living" oder mit fast schon zurückhaltendem Minimalismus wie auf "Touch", durchschaut man Bundick zwar schnell als einen jener Musiker, die von ihrem Schaffen grundsätzlich als "Kunst" sprechen, aber das ist ja kein Manko. Überhaupt, wenn man schon bei Kunst ist: Die Bilder, die er mit seiner Musik malt, wissen durchaus zu gefallen. Alleinstehend kommt ein Song wie "So many details" zwar ungewöhnlich düster daher, funktioniert im Albumkontext aber erstaunlich gut. Bombastisch wird es kurz vor Schluss mit "Never matter", und bevor die Lichter ausgehen, gibt es mit "How's it wrong" noch ein echtes Highlight, weil es den Pop wie kaum ein anderes Stück in der letzten knappen Stunde zelebriert. Vorbei sind die Zeiten, in denen Pop nur Blümchen, Backstreet Boys, Britney oder Bieber war. Lang lebe Bundick und Toro Y Moi - wenigstens bis zur nächsten Revolution.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • Harm in change
  • Touch
  • Cola
  • Never matter
  • How's wrong

Tracklist

  1. Harm in change
  2. Say that
  3. So many details
  4. Rose quartz
  5. Touch
  6. Cola
  7. Studies
  8. High living
  9. Grown up calls
  10. Cake
  11. Day one
  12. Never matter
  13. How's it wrong

Gesamtspielzeit: 52:28 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
catpain kidd
2014-10-28 08:24:08 Uhr
alles was hier genannt wurde, rockt James Blunt gnadenlos weg!

*heftigzupostcardsabdance*

Dielemma

Postings: 441

Registriert seit 15.06.2013

2014-10-28 08:09:19 Uhr
doch, veröffentlicht unter dem Pseudonym Les Sins am 4.11. "Michael", im Stream zu hören:
http://www.npr.org/2014/10/26/357630530/first-listen-les-sins-michael

saihttam

Postings: 928

Registriert seit 15.06.2013

2014-10-28 03:43:55 Uhr
Was ist das für ein Album? Hatte bisher nicht gehört, dass er was neues rausbringt.

Dielemma

Postings: 441

Registriert seit 15.06.2013

2014-10-27 23:52:12 Uhr
wird es eine Review zum Les Sins Album geben?
Alex
2013-06-06 20:33:10 Uhr
Hab Toro Y Moi live gesehen am Mo in Paris und am Di in London. Es war einfach nur hammermäßig! Die haben sich eine coole Kunstwelt aufgebaut mit ihrer Musik und sind auch noch Dudes! Way to go!
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