Petula - Don't forget me, Petula! Don't forget everything, Petula!

Petula- Don't forget me, Petula! Don't forget everything, Petula!

DIA / Broken Silence
VÖ: 18.01.2013

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

For Cleemann, forever ago

Was für manch einen seine berühmte und oft zitierte Waldhütte in Wisconsin, ist für Sebastian Cleemann, ehemals Kate Mosh und SDNMT, ein eigens errichtetes Studio in einem erzgebirgischen Bergzimmer. Hier konnten im Herbst 2011 die zumeist behutsamen Songs in Zurückgezogenheit auf ihren samtenen Pfoten entstehen, die jetzt auf "Don't forget me, Petula! Don't forget everything, Petula!" erscheinen. Eben jenes Vergessen und das Vergessen werden sind dabei die Kernthemen des Albums, um die alles flirrt und flackert.

Genau dazu passen auch die vielzähligen Loopgewänder, in die Cleemann seine Stücke kleidet. "SLLR" eröffnet eben so, wirkt ganz zu Beginn dabei irritierend bedrohlich. Diese scheinbare Gefahr zerschellt aber noch während des ersten Stücks an der wohligen, behaglichen Grundstimmung des Albums, die durch geräuschiges Hin- und Herschwingen vor sich hin iteriert. Wiederholung und Wendung führen eben zu fragiler, musikalischer Schönheit.

"Laika" jault inständig und vielleicht ist das Stück ja tatsächlich so betitelt, weil es klingt als würde die erste Hündin im Weltall sehnsüchtig den Mond ansingen, dem sie nahe war, ihn aber nie erreicht hat. Auch in "Dog" scheint das Hunde-Thema schließlich noch präsent zu sein, das zunächst in trauter Partnerschaft aus Gesang und Gitarre beginnt, dann aber auch in federweichem Loop aufgeht. "Sing!" schwirrt nach eingebendem Bing-Laut ungewohnt beschwingt daher und wer in "Juri" durch die warme Stube zur Küche stapft, und dort dann mit Rührbesen über die Snare geht und mittels Kochtopfklappern den Takt vorgibt, bleibt zwar ungeklärt, weiß aber auch unbekannt zu gefallen. In "Ik kann niet meer het is teveel" kommt dann die eindringliche, überzeugende Einsicht: "Got bruised, got burned / Got crushed, got burned / I choose not to learn". Permanentes Vergessen führt zu permanentem Neuentdecken.

Im abschließenden "All we ever want is time out alone, all we ever want is to forget this" scheint Petula dann einmal durch die klare und klirrende Nacht zu schweben, ehe das entlegene, linde Zimmer wieder erreicht wird. Und so endet "Don't forget me, Petula! Don't forget everything, Petula!", mit seinen folkloristischen Geräuschbasteleien, noch einmal mit einem hölzernen Knarzen. Gerade so, als hätte sich Herr Cleemann nach getaner Arbeit in den Schaukelstuhl fallen lassen. Diese verdiente Winterruhe hat mit diesem Album einen sehr guten und sanften Begleiter.

(Andreas Menzel)

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Highlights

  • SLLR
  • Ik kann niet meer het is teveel
  • All we ever want is time out alone, all we ever want is to forget this

Tracklist

  1. SLLR
  2. Marry me 1
  3. A circle is a lover's straight
  4. Laika
  5. Dog
  6. Talking in landslides
  7. November 4
  8. Sing!
  9. Juri
  10. Ik kann niet meer het is teveel
  11. All we ever want is time out alone, all we ever want is to forget this

Gesamtspielzeit: 43:53 min.

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