Adam Green & Binki Shapiro - Adam Green & Binki Shapiro

Adam Green & Binki Shapiro- Adam Green & Binki Shapiro

Concord / Universal
VÖ: 25.01.2013

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Die Schöne und der Green

Man kennt ihn, den guten Adam Green. Merkwürdigerweise besonders in Deutschland, und das schon seit über zehn Jahren. New Yorker. Wuschelkopf. Dieser Song über Jessica Simpson. Die frappierende Ähnlichkeit zu seinem Kumpel Julian Casablancas. Die teilweise bizarren Aussagen und Songtexte. Und natürlich The Moldy Peaches. Kaum zu glauben, was man alles über Adam Green weiß, ohne dass er je wirklich einer der beliebtesten oder erfolgreichsten Musiker gewesen wäre. Und Binki Shapiro? Die kennt mal ehrlich keine Sau. Was ein Fehler ist. Als einziges weibliches Mitglied von Little Joy war sie eine Weile nicht nur amourös mit Strokes-Drummer Fab Moretti verbunden, sondern auch musikalisch, und dass davon nur etwa vier Leute etwas mitbekommen haben, ist wirklich eine Schande. Aber das ist wohl eine andere Geschichte.

Jedenfalls trafen sich jener Paradiesvogel Adam Green und die schöne unbekannte Binki Shapiro eines Tages, verstanden sich offenbar recht gut und veröffentlichen das Ergebnis ihrer Zusammenarbeit nun auf ihrem schlicht nach sich selbstbetitelten Album. Beim ersten Hördurchgang klingt das Ganze dann auch ein bisschen nach den Moldy Peaches, präsentiert sich dann aber doch etwas klarer und, man mag es kaum glauben, seriöser. Die erste Single "Here I am", die es hier als kostenlosen Download gibt, macht da ein schönes Versprechen: Lupenreinen Pop gibt es hier, dazu eine Melodie, die zum Träumen einlädt - und die männliche und die weibliche Stimme, die umeinander herumscharwenzeln, ohne dass eine die andere an irgendeiner Stelle übertrumpfen würde. Und so geht es weiter: "What's the reward" schmeichelt eher Shapiro als Green, erinnert an Nancy Sinatra und verwandelt sich ab der Mitte einfach in ein ganz anderes Stück, das so herrlich zeitlos ist für einen Song aus dem Jahr 2013.

"Adam Green & Binki Shapiro" bleibt sich selbst dabei treu und schwelgt in frühen schwarzweißen Sechziger-Jahre-Erinnerungen, als die Männer ständig Anzüge trugen und Frauen natürlich noch anständig waren. Bei "Casanova" kann man sich so ohne Probleme vorstellen, wie Shapiro sehnsuchtsvoll am Fenster auf ihren Verehrer wartet, während es als Zugabe noch einen kleinen Frauenchor gibt und Greens großer Lee-Hazlewood-Moment auf "I never found out" stattfindet. Aber es bleibt dabei: Der weibliche Part beweist hier die größte Stärke. "Don't ask for more" funktioniert auch gänzlich ohne Greens Einsatz, überrascht dafür mit dezenten Bläsern und Streichern, während es zum Schluss mit "The nighttime stopped bleeding" nochmal das Beste beider Musiker gibt. Groß wird es hier, gar aufbauschend, dramatisch, bis die Reise in die Vergangenheit nach nicht mal einer halben Stunde plötzlich vorbei ist. Wie gut, dass es nur einen Knopfdruck braucht und man die 60er auch dieses Jahr durchleben kann, wieder und immer wieder. Dann vergisst Green auch nicht, dass er die Platte wirklich aufgenommen hat.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • Here I am
  • Pity love
  • Don't ask for more
  • The nighttime stopped bleeding

Tracklist

  1. Here I am
  2. Just to make me feel good
  3. Casanova
  4. Pity love
  5. If you want me to
  6. Pleasantries
  7. I never found out
  8. What's the reward
  9. Don't ask for more
  10. The nighttime stopped bleeding

Gesamtspielzeit: 27:26 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Adam Green
2016-01-16 10:48:24 Uhr
Meine Oma war die Lebensgefährtin von Franz Kafka. *Bagel um den Hals trag und Penìsfotos von sich auf seiner Homepage veröffentlich*

Rote Arme Fraktion

Postings: 2745

Registriert seit 13.06.2013

2016-01-16 10:14:01 Uhr
Ich find's gut, hat ne gute Atmo. 7/10 ist gerechtfertigt
Alter Fan
2013-04-11 13:18:47 Uhr
Leider nein. Plätschert so vor sich hin, aber das hat Best Coast auf dem letzten Album besser hingekriegt.
Julian C.
2013-04-11 12:43:27 Uhr
kommt er an seine alten Großtaten ran?
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