Friska Viljor - Remember our name

Friska Viljor- Remember our name

Crying Bob / Cargo
VÖ: 18.01.2013

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Kennen wir uns?

Jetzt ist es doch passiert. Jahrelang klagten sich Daniel Johansson und Joakim Svenigsson durch insgesamt vier Platten, auch wenn sie dabei einen erstaunlich aufgeräumten Eindruck machten. So sehr sie sich nämlich auch anstrengen mochten - mit den Frauen wollte es einfach nicht funktionieren. Dafür umso besser mit Musik und Alkohol - gaben die beiden doch einmal zu Protokoll, ihre Songs niemals nüchtern zu schreiben. Doch inzwischen sind sowohl Johansson als auch Svenigsson Vater geworden und vornehmlich mit Kinderarztbesuchen, Babyschwimmen und Kreiselaufziehen beschäftigt, weswegen nun alles eben etwas länger dauert. Abnehmende Produktivität ist allerdings mitnichten zu befürchten. Darauf, dass das Cover von "Remember our name" durchaus an Peter Bjorn And Johns "Writer's block" erinnert, kann man jedenfalls getrost pfeifen.

Neues Leben XXL also im Hause Friska Viljor - und so wird vermutlich niemand ernsthaft erwarten, dass die Schweden auch musikalisch alles auf null stellen. Und wer trotzdem Dahingehendes vermutet hatte, wird sich bereits bei den ersten Tönen von Album Nummer fünf ein Grinsen zwischen amüsiert und gequält kaum verkneifen können. Ersteres, weil Mandolinen-Pling und kehliger Gesang in folkigen bis poppigen Indie-Weisen die Mundwinkel immer noch verlässlich nach oben ziehen. Zweiteres, weil Johansson und Svenigsson sich nach wie vor beharrlich weigern, ihr bewährtes Erfolgsrezept zu variieren. Ob Schnapsglas oder Milchfläschchen, Tourvan oder Bobbycar: Noch'n Gedicht oder vielmehr Lied über störrisches Nichterwachsenwerdenwollen in Bars, Clubs und anderen Kaschemmen ist nach wie vor ihre leichteste Übung.

Da kann man problemlos wie bei der Piano-besoffenen Single "Bite your head off" einem unliebsamen Zeitgenossen die Pest oder Schlimmeres an den Hals wünschen und in "Streetlights" so lange einsam auf die Piste gehen, bis man doch eine Frau abbekommt - aber schließlich feststellt, dass einem die eigene Freiheit letztendlich doch mehr wert ist als traute Zweisamkeit. Zwar würden Friska Viljor ihre neuerdings geordneten Familienverhältnisse wahrscheinlich gegen nichts in der Welt eintauschen, wagen aber trotzdem mehr als einmal einen wehmütigen Blick zurück in die Zeiten liebgewonnener Orientierungslosigkeit. "Stalker" jubiliert und quietscht dazu fidel die Qualen einer verkorksten Beziehung weg, und "Boom boom" leistet sich mit Electro-Beats ein zwar nicht eben originelles, aber immerhin erkennbares Novum.

Und ehe man es sich versieht, haben die Schweden den Hörer nach "Easy is hard", einem trockenen Folk-Rumpler mit groß auftrumpfendem Refrain, wieder erfolgreich bei der Stange und bei Laune gehalten. Entwicklungsresistenz hin oder her. Und nicht leicht kommt es dem Fortschrittsmahner über die Lippen: Wenn "I'm not done" wehmütig verpassten Chancen nachtrauert und das Titelstück dem Nachwuchs ein Mahnmal an die eigene Person errichtet, macht das weitaus weniger Spaß als etwa das großartige "Flageoletten", das nach minimalistischem Beginn plötzlich gewaltig auf euphorische Touren kommt. Alle, die befürchtet hatten, die beiden nicht wiederzuerkennen, können also aufatmen: Friska Viljor sind immer noch die Alten - und allenfalls ein klein wenig langweiliger geworden. Aber einer muss ja auf die Kinder aufpassen. Beziehungsweise zwei.

(Thomas Pilgrim)

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Highlights

  • Stalker
  • Easy is hard
  • Flageoletten

Tracklist

  1. Did you ever
  2. Stalker
  3. Bite your head off
  4. Boom boom
  5. Easy is hard
  6. I'm not done
  7. Streetlights
  8. The F
  9. Until the end
  10. Flageoletten
  11. Remember my name

Gesamtspielzeit: 46:15 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
LG
2013-01-25 22:56:52 Uhr
Das Album kommt mir bei der Rezi zu schlecht weg, ich würde es bei einer fetten 8/10 ansiedeln. Es sind nur Hits drauf.
Gefällt mir
2012-11-26 22:18:46 Uhr
Hier pusht der Chef noch selbst!
Armin
2012-11-26 20:35:32 Uhr
Das neue Werk "Remember Our Name" der Stockholmer Friska Viljor steht in den Startlöchern und erscheint am 18.01.2013!

Armin
2012-11-07 19:12:50 Uhr
Friska Viljor - Neues Album (25.01.2013)
Das Stockholmer Duo erfreut die Welt mit einer neuen Platte voller bittersüsser Melodien


Liebe Freunde, liebe Medienpartner,

kaum eine andere Band schafft es dermaßen, ihr Publikum in den Bann zu ziehen wie Friska Viljor. Gerade beim diesjährigen Reeperbahn Festival bewiesen Joakim Sveningsson und Daniel Johansson dies einmal mehr eindrucksvoll. Lediglich mit Akustikgitarre und Mandoline ausgestattet, sorgten sie für kollektiven Freudentaumel und Standing Ovations im bis zum letzten Platz gefüllten Zelt der Fliegenden Bauten. Für viele Besucher eines der absoluten Highlights des Festivals. Kein Wunder, dass das Reeperbahn Festival die Band bereits zum fünften Mal verpflichtete. Keine andere Band wurde dort so häufig gebucht.

Mit ihrer einzigartigen Mischung aus Melancholie und mitreissender Lebensfreude gehören Friska Viljor zu einer der besten Livebands überhaupt. Und völlig zurecht werden von Tour zu Tour die Clubs immer größer und voller.

Umso schöner, dass am 25.01.2013 das fünfte, noch unbetitelte Album erscheint und die beiden Schweden mit ihrer Liveband erneut auf Tour gehen, um tausende Menschen glücklich zu machen.

Friska Viljor Live:

11.02. Rostock - Mau

12.02. Nürnberg - Hirsch

13.02. AT-Graz – PPC

14.02 AT-Innsbruck – Rockhouse

15.02. CH-St. Gallen – Grabenhalle

16.02. CH-Bern – Bierhübeli

17.02. CH-Zürich – Mascotte

18.02. Karlsruhe - Substage

20.02. Frankfurt - Batschkapp

21.02. München - Theaterfabrik

22.02. Dresden - Beatpol

23.02 Berlin - Huxleys

24.02. Cologne - Stollwerck

25.02. Münster - Sputnik



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