The Bony King Of Nowhere - The Bony King Of Nowhere

The Bony King Of Nowhere- The Bony King Of Nowhere

Helicopter / Cargo
VÖ: 25.01.2013

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Ein Mann für eine Nacht

Wir schreiben den 23. Juni 2012. Es ist eine sanft verregnete Nacht in den Ardennen, selbst der Mond schlummert schon. Was niemand bemerkt: Das Dörfchen Mirwart hat einen Einwohner mehr als sonst. Es sind jetzt 108. Dieser eine schläft allerdings nicht, sondern hat etwas Besseres vor mit den blauen Stunden und dem geheimnisvollen Dunkel dazwischen. Zwei Tage war er durch die Wälder gelaufen, hatte Vogelstimmen inhaliert und die eine oder andere Beere gekostet. Er hatte darauf gewartet, endlich bereit zu sein. Und dann ging alles ganz schnell, in dieser einsamen Hütte inmitten idyllischer Natur.

The Bony King Of Nowhere, der eigentlich Bram Vanparys heißt, hat in dieser Nacht sein drittes Album aufgenommen. Um genau zu sein: acht Neuntel davon. Denn den Opener "Across the river" hatte er schon mehr als ein Jahr zuvor eingespielt, eigentlich nur als Demo, war dann aber so zufrieden damit gewesen, dass es dabei bleiben und genau diese Version sein neues Werk eröffnen sollte. "Whenever I have my friends around / I'm doing fine / Most of the time / But when I'm alone / Is when I'm alone", lauten die ersten Zeilen auf "The Bony King Of Nowhere", begleitet von einer melancholisch gestimmten Akustikgitarre. Nach einer guten halben Stunde weiß man allerdings mehr: Erst die Zweisamkeit ist in der Lage, Vanparys richtig einsam zu machen.

Auf dem Vorgängeralbum hieß die holde Dame "Eleonore", dieses Mal wird dem geneigten Hörer eine gewisse "Valerie" vorgestellt. Bedauerlicherweise ist die Beziehung zu selbiger nicht halb so zauberhaft wie die zweite Gitarrenstimme im gleichnamigen Song. Vanparys' Fragen bleiben unbeantwortet und das Gespräch ein Monolog - "When will you ever understand / The kind of love you give is not enough?" Vielleicht ist das amouröse Scheitern aber auch insgeheim ein großes Glück, denn so konzentriert sich der junge Belgier darauf, seine Akustikgitarre zu liebkosen, mit erstaunlicher Hingabe und bedingungsloser Treue. Allerdings ist sie auch das einzige Instrument, das Vanparys in die Wildnis mitgenommen hatte.

Mehr als eine eloquente Klampfe braucht es aber auch gar nicht, um diese neun Stücke eindrucksvoll zu untermalen. In "Rain falls down on Mirwart" imitiert geschicktes Fingerpicking das sachte Klopfen der Regentropfen, "Another day is done" hat noch deutlich mehr als die Nick-Drake-Anspielung im Titel zu bieten und "Travelling man" erzählt, ganz ohne Refrain, die Geschichte eines Reisenden, der auf Erlösung hofft - und damit nicht alleine ist: Auch der Protagonist im darauf folgenden Lied muss begreifen, dass weder italienische Sehenswürdigkeiten noch Wandergitarrenbegleitung das historische Ereignis der Wiedervereinigung mit dem "Lonesome girl" ersetzen können. "I know where the night is always long and silent", singt Vanparys in "Night of longing", dem schönsten Song der Platte. Ein Glück, dass er es mit der Nachtruhe nicht zu genau genommen hat.

(Ina Simone Mautz)

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Highlights

  • Night of longing
  • Rain falls down on Mirwart
  • Travelling man

Tracklist

  1. Across the river
  2. Night of longing
  3. Rain falls down on Mirwart
  4. Travelling man
  5. Lonesome girl
  6. Valerie
  7. Another day is done
  8. Wild flowers
  9. On my way home

Gesamtspielzeit: 34:08 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Hans123
2014-01-26 20:04:08 Uhr
Finde auch, ein rundes Album.
7/10

Herr Lehmann

Postings: 51

Registriert seit 24.11.2013

2014-01-26 17:51:06 Uhr
Wieso eigentlich noch kein Thread zum zweiten Album? Sicherlich kein Pink Moon, aber es mausert sich doch mehr und mehr.
8/10 würde ich schon sagen.
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