A$AP Rocky - Long.Live.A$AP

A$AP Rocky- Long.Live.A$AP

RCA / Sony
VÖ: 11.01.2013

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Das Gemächt des schlimmsten Feindes

Scheiß aufs Geld, scheiß auf den Ruhm, das hier ist das echte Leben. So verkündete es Rakim Mayers zumindest noch auf "Palace", dieser Hymne gleich zum Beginn des Tapes "Live.Love.A$AP", das vor zwei Jahren erschien. Producer Clams Casino schob dem Track mal eben einen der besten Beats seit langer Zeit drunter, während A$AP Rocky darüber Zeug rappte wie: "Write it on my tombstone, I was stoned nigga!" Nach diesen drei Minuten stand dem heute 24-Jährigen aus Harlem die Welt offen. Der Mythos vom Geburtsort des HipHop lebte wieder, zwar nicht nur wegen A$AP Rocky, aber die neuen Zeiten kündigten sich selten so deutlich und überzeugend an. Nun folgt "Long.Live.A$AP" und Mayers steckt fest. In seiner Rolle, in seinem Rap, in seiner Realität. Und da geht es eben doch um Geld und Ruhm - nicht das echte Leben.

A$AP Rocky gehört zu den souveränsten Rappern, keine Frage. Wer das merkbefreite Instrumental von "Wild for the night" reitet, braucht sich nicht verstecken. Auch in "Suddenly" zeigt Mayers, dass er eine ziemlich krasse Technik hat. Die Betonungen liegen perfekt auf den Silben, während darunter nur ein karger Beat pumpt. Andere Leute kriegen so ein Ding in ihrer ganzen Karriere nicht hin. Doch trotzdem bleiben auf "Long.Live.A$AP" nur wenige Zeilen hängen. "1Train" erzählt von der Einbahnstraße, diesem einen Weg aus der Scheiße raus. Selbst wenn Drogen und Gewalt dazugehören. A$AP Rocky verherrlicht das Thema nicht, aber irgendwie fehlen ihm die passenden Worte, um wirklich neue Dinge zu bringen. Kendrick Lamar, Joey Bada$$ und Danny Brown liefern da ganz andere Batzen, die viel übler auf dem Rhythmus sitzen. "Wouldn't hit that shit with my worst enemy's penis", lässt Brown da als ein richtig starkes Bild beispielsweise fallen.

Doch es ist nicht nur so, dass dies fehlt. Bei manchen Übertreibungen und Versuchen, eine andere Haltung als der Rest des Geschäfts an den Tag zu legen, hat A$AP Rocky auch nicht mehr die starken Producer bei sich. Clams Casino hat mit "Hell" und "LVL" zwei der besten Instrumentals gebracht. Stark ist noch "Phoenix" von Danger Mouse. Ansonsten passieren in vielen Tracks zu viele Sachen, die auch einem schlechten Track von Drake stehen würden. "Goldie" und "Ghetto symphony" kommen komplett kalt und steril daher. Im Vergleich dazu zwingt "Phoenix" mit dem getragenen Klavier A$AP Rocky auch mal in ein anderes Tempo, was Abwechslung bringt. Um wirklich komplett oben mitzuspielen, reicht das aber nicht. Kendrick Lamar überzeugte dadurch, dass er es verstand, sein Album als Geschichte anzulegen mit einer Stimme, die etwas zu sagen hat. A$AP Rocky hat das auch, nur auf "Long.Live.A$AP" offenbar nicht. Ob diese Platte mit dem echten Leben zu tun hat, soll jeder selbst entscheiden. Den Penis meines schlimmsten Feindes würde ich schon draufhauen. Das ist aber nicht unbedingt ein Kompliment.

(Björn Bischoff)

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Highlights

  • Hell (feat. Santigold)
  • Phoenix

Tracklist

  1. Long live A$AP
  2. Goldie
  3. PMW (All I really need) (feat. Schoolboy Q)
  4. LVL
  5. Hell (feat. Santigold)
  6. Pain (feat. OverDoz)
  7. F**kin' problems (feat. Drake, 2 Chainz & Kendrick Lamar)
  8. Wild for the night (feat. Skrillex & Birdy Nam Nam)
  9. 1Train (feat. Kendrick Lamar, Joey Bada$$, Yelawolf, Danny Brown, Action Bronson & Big K.R.I.T.)
  10. Fashion killa
  11. Phoenix
  12. Suddenly
  13. Jodye
  14. Ghetto symphony (feat. Gunplay & A$AP Ferg)
  15. Angels
  16. I come apart (feat. Florence Welch)

Gesamtspielzeit: 64:53 min.

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