Wo Fat - The black code

Wo Fat- The black code

Small Stone / Cargo
VÖ: 09.11.2012

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

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Stonerrock ist tot. Seit mindestens 15 Jahren. Zwischendurch nie auferstanden und trotzdem immer wieder gestorben. Dem kurzen High Anfang und Mitte der 90er-Jahre folgten Kyuss-Kopien ohne Ende, stumpfes Ein-Akkord-Gedresche am laufenden Band und Alben voller grotesk übertriebener Drogen-Metaphern. Überhaupt, diese Genrebezeichnung: irgendwo zwischen kontraproduktiv und komplett bescheuert. Die Klischees meinen es wirklich nicht gut mit dem Stonerrock. Wo Fat schon.

Angesichts der Ideenlosigkeit, die dem Genre häufig vorgeworfen wird, ist es vielleicht kein Wunder, dass die aktuelle Retrorock-Welle sich trotz derselben Wurzeln in den 70er-Jahren so weit wie möglich vom oben erwähnten Kyuss-Stoner entfernt positioniert. Ab und zu braucht es daher mal eine Platte wie "The black code", um sich in Erinnerung zu rufen, dass nicht alles Mist ist, was nach Gras riecht. Wo Fat benutzen dafür das klassische Handwerkszeug: tiefer gestimmte Gitarren, dröhnende Akkorde, schleppende Drums und fünf Songs, von denen drei länger als zehn Minuten sind.

Was "The black code" an Überaschungsmomenten fehlt, macht die Platte an atmosphärischer Dichte locker wieder weg. Nie mäandern die Songs ins Nirgendwo, nie dreht sich alles nur ums Feedback, ums Dröhnen und das Ausbreiten des letzten Riffs. Stattdessen ist der Opener "Lost highway" geradezu ein Paradestück in Sachen Rock-Songwriting: eine rollende Strophe, ein fast hymnischer Refrain und eine Bridge, in der die Gitarren fast an der Dynamik zerschellen, nur um am Ende doch noch unter vollen Segeln aus dem Sturm heraus zu segeln.

Bevor Wo Fat sich allerdings zu sehr dem Mainstream hingeben, entscheiden sie sich in den folgenden Songs meist für schwerere Kost. Catchy bleibt das immer irgendwie. Den Titelsong trägt ein locker aus der Hüfte gespieltes Ein-Akkord-Riff, "The shard of Leng" macht zu Beginn auf leicht weltfremden Blues und wird dann zum Groove-Monster. Die Komplexität nimmt allerdings im Verlauf der Platte deutlich zu. Die Band hat dabei den Spannnungsbogen bis in letzten, mächtig drückenden Minuten von "Sleep of the black lotus" verdammt gut im Griff, sodass auch die ausgedehnteren Stücke noch vom gradlinigen Fokus der Anfangsminuten profitieren. Für Wo Fat gilt: Stonerrock riecht nicht mal komisch.

(Maik Maerten)

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Highlights

  • Lost highway
  • The shard of Leng

Tracklist

  1. Lost highway
  2. The black code
  3. Hurt at gone
  4. The shard of Leng
  5. Sleep of the black lotus

Gesamtspielzeit: 46:13 min.