Pantha Du Prince & The Bell Laboratory - Elements of light

Pantha Du Prince & The Bell Laboratory- Elements of light

Rough Trade / Beggars / Indigo
VÖ: 11.01.2013

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Der Berg groovt

Pantha Du Prince ist kein Freund des Dazwischen. Seine Musik spielt sich meist an den Rändern ab, unten bei den tiefen Bässen, hoch oben bei den glasklaren Glockenspielen. "Black noise" wurde 2010 dabei recht schnell zum Kritikerliebling. Das größte Wunder an dieser Vision von Minimal-Techno war es stets, wie es Chefdenker Hendrik Weber gelang, aus dem Maschinellen einen so organischen, so nostalgischen Sound herauszupräparieren. Anstatt einen ewig zum Scheitern verurteilten Blick in die Zukunft zu versuchen, transkribierte er Bilder von Caspar David Friedrich in Klänge.

"Elements of light" bringt Weber nun mit The Bell Laboratory zusammen, einem Musikerkollektiv unter der Ägide des norwegischen Komponisten Lars Petter Hagen, um einmal mehr vorzuführen, dass der neunziger Techno-Hedonismus längst nicht mehr die Deutungshoheit über die Absichten und Einstellungen elektronischer Musik hat. Das Ergebnis ist in gewisser Weise eine Radikalisierung der Idee von "Black noise": noch weniger Tanztempel-Techno, mehr Urlaub auf der Alm, Kuhglocken, Kirchengeläut und Glockenspiele inklusive.

Das mag furchteinflößender klingen, als es ist. Natürlich ist auch "Elements of light" kein Safri Duo für die Kunsthalle geworden. Pantha Du Prince beweist noch immer Geschmack - beim Sound, beim Artwork, bei der Wahl seiner Themen. Analog zur letzten Veröffentlichung, der Remixplatte "XI versions of Black noise" verbleibt aber auch "Elements of light" im Bann des überragenden Vorvorgängers. Zum einen, weil die Songs mancherorts unterentwickelt wirken und es sich zu leicht machen wie beim wenig weltmännischen Straßenkarneval, der den eigentlich schicken Ansatz von "Particle" sabotiert. Zum anderen, weil es Weber seltener gelingt, die Bögen zu spannen, die Songs in ihrer musikalischen Entwicklung so vor sich her zu treiben, wie es "Black noise" und "This bliss" von 2007 taten. Mehr Ambient also, weniger Postrock-Songwriting.

Diese Idee geht perfekt auf im Herzstück des Albums: "Spectral split" legt in fast 20 Minuten zunächst falsche Fährten, schreibt dann von - ja, das muss man einmal sagen dürfen - Mia. und deren "Tanz der Moleküle" ab, um schließlich alle Gefolgschaft unterm Kirchturm zusammenzutrommeln. Pantha Du Prince wird seine Dekonstruktionen der unumstößlichen Wahrheiten elektronischer Musik wohl auch in Zukunft weiter vorantreiben. Die alten Oppositionen von Natur vs. Technik, Gesellschaft vs. Gemeinschaft und nicht zuletzt Großstadtclub vs. einsames Bergdorf zerfallen dabei. Und das ist wahrlich keine geringe Leistung.

(Nicklas Baschek)

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Highlights

  • Spectral split

Tracklist

  1. Wave
  2. Particle
  3. Photon
  4. Spectral split
  5. Quantum

Gesamtspielzeit: 43:27 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
@IFart
2013-01-21 19:51:27 Uhr
Und Jung wat sachste zum Album?
IFart
2013-01-21 19:46:52 Uhr
ich mags auch, wenn der schnee knackt, und das holz im kamin rieselt
Körperklaus
2013-01-21 19:32:33 Uhr
Die Hülle.













höhö.


im ernst: kann was, aber dann doch ein wenig zu ähnlich zu den früheren pantha sachen...nicht gerade mutig/experimentel, aber nett zum am kamin hören, wenn der schnee draussen knackt und man einen guten whiskey in der hand hält. oder so.
xspiralx
2013-01-21 19:05:18 Uhr
Was haltet ihr von dem Album?
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