Homeboy Sandman - First of a living breed

Homeboy Sandman- First of a living breed

Stones Throw / Groove Attack
VÖ: 21.09.2012

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Hellwach

Wer die Worte kontrolliert, kontrolliert die Menschen. Das schrieb Homeboy Sandman letztens im Blog einer großen amerikanischen Tageszeitung. Der Eintrag war ziemlich lesenswert. Und auch wenn er das nur von Philip K. Dick hat, stimmt es doch. Das geht jetzt tief in die Gedankenwelt von Rucksackträgern, Besserwissern und Müsli-Rappern. Doch so sehr die übertriebene Korrektheit sonst nervt, so passt sie bei Homeboy Sandman. Sein erster Langspieler beim Label Stones Throw hat keinen moralischen Zeigefinger, keine übertriebene Verkopftheit. Die Hände gehen in die Luft, um zum Takt zu wippen. Nicke mit dem Beat und beweg Dein' Arsch, das ist die Ansage. Und nur weil es unten wackelt, heißt es ja nicht, das im Oberstübchen kein Licht mehr brennen darf.

"People ask me, if my life changed / Here is what I might say: Not really", rappt Homeboy Sandman. Früher stand er vor, heute auf der Bühne. Das sind ja nur ein paar Zentimeter Unterschied. Das sagt auf dieser Platte aber jemand, bei dem das stimmt. Homeboy Sandman hat ständig diesen Vibe, der einem das Gefühl gibt, auf einer ranzigen Couch zu sitzen und einem Typen zu lauschen, der nur die passenderen Worte für die Dinge findet als man selbst. Den trefflichen Sound dafür findet Homeboy Sandman durch den organischen Sound, der genau so eben nur von Stones Throw kommen kann. Organisch, warm, ein paar Samples, ein paar Loops, dazu oft Drums - bessere Verbindungen finden sich selten. "Illuminati" verhandelt dann ein wenig düsterer mehrere Themen nacheinander weg. Auf so durchgesessenem Mobiliar wandern die Gedanken eben auch von hier nach da. Rassismus, Politik, Religion, Geld, das Leben an und für sich. Und trotzdem ist das nicht einschläfernd.

Denn Homeboy Sandman verpackt das in einen technisch guten Flow, der die Worte betont und die Sätze fließen lässt. "First of a living breed" als Titeltrack zeigt das ziemlich stark. Das Instrumental hat eine starke Melodie, auf der Homeboy Sandman aber trotzdem noch sehr gut zur Geltung kommt. Das ganze Paket geht natürlich komplett vorbei an jeglichen Trends, die es im HipHop im Moment so gibt. Kein Autotune, kein Trap. Und trotzdem kommt "First of a living breed" unglaublich frisch und unverbraucht daher. Es steckt in jeder Minute, jedem Moment eben Homeboy Sandman und niemand sonst. Das liest sich ausgelutscht und phrasig, aber es gibt keine Attribute, die ein besseres Kompliment für ihn wären. Und von wegen Einschlafen wegen dem Sandmann. Alles ist hellwach. Vor allem das Oberstübchen.

(Björn Bischoff)

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Highlights

  • Watchu want from me?
  • Illuminati
  • First of a living breed

Tracklist

  1. Rain
  2. Watchu want from me?
  3. Couple bars
  4. Sputnik
  5. Illuminati
  6. 4 corners
  7. For the kids
  8. Cedar and sedgwick
  9. Mine all mine
  10. Not really
  11. The ancient
  12. Eclipsed
  13. First of a living breed
  14. Let's get 'em

Gesamtspielzeit: 46:18 min.

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