RNDM - RNDM

RNDM- RNDM

One Little Indian / Rough Trade
VÖ: 30.11.2012

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Das Universum im Marmeladenglas I

Treffen sich zwei Deutsche und gründen einen Verein. So ist das wohl, wenn man viel Leben und wenig zu tun hat. Und was macht man, wenn man hauptberuflich bei Pearl Jam spielt, die Band aber gerade mal eine kurze Schaffenspause einlegt? Dann müsste der schlechte Gag, den man nie öfter als einmal erzählen sollte, wohl so lauten: Treffen sich drei bekannte Musiker und gründen eine Supergroup. So ist das wohl, wenn man viel Zeit und noch mehr Ideen hat. Wir sollten einfach mal direkt bei Jeff Ament, seines Zeichens Bassist bei Pearl Jam, nachfragen, was der sich dabei gedacht hat, sich mit Joseph Arthur und Richard Stuverud zusammenzutun und eine lockerleichte, recht altmodische Rockplatte zu veröffentlichen, die auch seiner Hauptband gut zu Gesicht stehen würde. Besser immerhin als Mike McCreadys Seitensprung Walking Papers, deren Album "Walking Papers" ebenso just erschienen ist. Aber das ist ein anderes Thema.

Bei "RNDM" wirkt es so, als hätten die drei Herren noch nie etwas anderes gemacht, so automatisch fügt sich hier alles zusammen. Dabei stechen vor allem die beiden etwas poppigeren Stücke mit Singlepozential "The disappearing ones" und "What you can't control" positiv heraus. Aber auch die getrageneren Stücke, die grundsätzlich eher in das Metier eines Joseph Arthur fallen, wie die der Abschlusstrack "Cherries in the snow", treffen den richtigen Ton. Arthur kann endlich seine Mundharmonika rausholen und zur Akustikgitarre den Lebensblues anstimmen. Ankreiden kann man der Platte lediglich, dass sie sich zwischendurch in zwar netten, aber eben auch nicht weiter wachsen wollenden Tracks verliert. Die tun nicht weh, aber sie düdeln eben auch nur so nebenbei daher.

Das wahrscheinlich nur einmalige Projekt RNDM gibt uns also handfesten, althergebrachten, sattelfesten und kaum auf Innovationen bedachten Rock, dem man anhört, dass er aus dem Einzugsbereich einer Seattle-Band stammt. Mit ein bisschen Fantasie kann man sich sogar Eddie Vedder in die Songs hören und schon mal vom neuen Album von Pearl Jam träumen. Aber auch Arthur macht das natürlich sehr gut, denn der Mann hat ja ebenso ein Organ mit hohem Wiedererkennungswert. "RNDM" ist im Gegensatz zu McCreadys "Walking Papers" jedenfalls die bessere Alternative, um sich mit einem kleinen Grinsen die Zeit bis zur Jubiläumsplatte, ihrer zehnten, zu vertreiben.

(Kai Wehmeier)

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Highlights

  • The disappearing ones
  • What you can't control
  • Cherries in the snow

Tracklist

  1. Modern times
  2. Darkness
  3. The disappearing ones
  4. What you can't control
  5. Hollow girl
  6. Walking in New York
  7. Look out!
  8. New tracks
  9. Throw you to the pack
  10. Williamsburg
  11. Letting go of will
  12. Cherries in the snow

Gesamtspielzeit: 45:15 min.

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