Led Zeppelin - Celebration day

Led Zeppelin- Celebration day

Rhino / Warner
VÖ: 16.11.2012

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Das letzte Gefecht

Ein letztes Mal flog er noch, der Zeppelin, der eigentlich schon längst eingemottet war. Der Anlass war ein trauriger: Im Dezember 2006 verstarb Ahmet Ertegün in New York. Der Entdecker von Led Zeppelin war ein einflussreicher Geschäftsmann und Wohltäter, dem Jimmy Page, John Paul Jones, Robert Plant und John Bonham nicht zuletzt die Finanzierung ihrer Boeing 720 zu verdanken hatten. Zum Gedenken an Ertegün und zur Unterstützung seiner Stiftung kam die Band im Dezember 2007 also in London noch einmal zusammen, um ein Konzert zu spielen. Das erste seit dem schrecklichen Intermezzo von 1985 mit Phil Collins am Schlagzeug und der Show zum 40. Geburtstag von Atlantic Records im Jahre 1988. "Celebration day" lautet der Titel. Obwohl es keinen Grund zum Feiern gibt.

Das Interessanteste an diesem 16 Songs umfassenden Auftritt von Led Zeppelin sind seine wahnwitzigen Begleiterscheinungen. Mehr als 20 Millionen Menschen wollten dieses eine Konzert besuchen, nur 20.000 wurden in die O2-Arena reingelassen. Dass an diesem Abend neben Led Zeppelin außerdem Paolo Nutini, Paul Rodgers, Foreigner und Bill Wyman auf der Bühne standen, wird in den Randnotizen der Rocklexika verschimmeln. Immerhin setzte sich Jason Bonham, Sohn von John, auf den leeren Stuhl hinter dem Schlagzeug. Wer sonst hätte diesen Platz auch ausfüllen können? Bestimmt nicht Dave Grohl, der sich für diesen Job immer wieder selbst ins Gespräch gebracht hatte.

All die Aufregung für ein zweistündiges Konzert, das in der Hauptsache als ein beachtliches Lebenszeichen gealterter Hardrock-Visionäre gewertet werden kann, die ihre Instrumente immer noch im Griff haben. Der melodische Mystizismus der Band, die schweren Riffs von Page und das scheppernde Schlagzeugspiel von Bonham, das sein Sohn hier perfekt imitiert, sind jedoch angestaubt - da hilft auch keine Hochglanzproduktion. Es sind die Legenden um die Songs und die Musiker, die diese Band am Leben erhalten. Wohl so lange, wie es Rockmusik geben wird.

Die Hits sind wie am Schnürchen aufgezogen: Von "Good times bad times" über "Kashmir" und "The song remains the same" und bis hin zum monströsen "Stairway to Heaven" sind sie alle versammelt. Page holt bei "Dazed and confused" den Geigenbogen raus, Jones spielt im epischen "No quarter" ein beeindruckendes Keyboard-Solo, und Plant erklimmt mit seiner Stimme beim gewaltigen "Nobody's fault but mine" beachtliche Höhen. Rund zwei Stunden steht das Quartett auf der Bühne und verabschiedet sich schließlich mit einer wuchtigen Version von "Rock and roll". "Been a long lonely, lonely, lonely, lonely, lonely time", singt Plant da zum Schluss. Und das stimmt wahrscheinlich auch in Zukunft: Led Zeppelin werden nicht mehr wiederkommen.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Dazed and confused
  • Stairway to Heaven
  • Rock and roll

Tracklist

  • CD 1
    1. Good times bad times
    2. Ramble on
    3. Black dog
    4. In my time of dying
    5. For your life
    6. Trampled under foot
    7. Nobody's fault but mine
    8. No quarter
  • CD 2
    1. Since I've been loving you
    2. Dazed and confused
    3. Stairway to Heaven
    4. The song remains the same
    5. Misty mountain hop
    6. Kashmir
    7. Whole lotta love
    8. Rock and roll

Gesamtspielzeit: 115:26 min.

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