HIM - XX - two decades of love metal

HIM- XX - two decades of love metal

RCA / Sony
VÖ: 26.10.2012

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 4/10

Alles schon gelesen

Gefühlt müsste "XX - two decades of love metal" schon die sechste oder siebte Best-of-Compilation von HIM sein. Es ist aber tatsächlich je nach Lesart erst die zweite oder dritte, und das mit einer achtjährigen Pause nach "And love said no: the greatest hits 1997 - 2004". Und wer sich fragt, ob denn HIM in den Jahren dazwischen überhaupt irgendetwas veröffentlicht haben, dem sei mit eigenem Staunen gesagt: Ja doch, ganze drei Studioalben seit 2004, allesamt weit oben in den deutschen Charts. Da ist wohl an einigen von uns etwas vorbeigegangen. Unabhängig davon ist aber ein 20-jähriges Bandbestehen natürlich ein hervorragender Grund, um einmal den Blick über das bisherige Gesamtwerk schweifen zu lassen und das Beste herauszufiltern. Doch anscheinend bleibt da nicht allzu viel übrig.

Was man auf "XX - two decades of love metal" findet, sind leider oft nur familienfreundliche Ausgaben der meisten Songs. Anstatt die schönen, langen Originalversionen zu berücksichtigen und das Jubiläum richtig groß mit einem Doppelalbum und allem Pipapo zu feiern, bedienen sich HIM bei den auf maximal vier Minuten Spielzeit zusammengeköchelten Radioversionen. So wird zum Beispiel das über sechsminütige "When love and death embrace" vom guten Debüt "Greatest love songs vol. 666" auf rund die Hälfte zusammengestutzt. Gut, der eine oder andere wird jetzt sicherlich einwenden, man könne doch froh sein, wenn die Songs so kurz wie möglich sind. Dann sind sie eben auch schnell wieder vorbei. Das ist zwar richtig, aber vielleicht der falsche Ansatzpunkt, wenn man weiß, dass die Band auch anders konnte, bevor sie sich mit den Jahren selbst ziemlich überflüssig machte.

Im Grunde war schon mit ihrem größten Hit "Join me (in death)" vom zweiten Album "Razorblade romance" die Messe gelesen und alles gesagt, was HIM zu sagen haben. Danach wurde es ziemlich mittelmäßig, auch wenn irgendwie die Finnen um Ville Valo irgendwo irgendwann immer mal wieder auftauchten. Aber blieb tatsächlich etwas hängen vom ach so romantischen, immer irgendwie gleichen Love Metal? Eine Art Metal, der wohl selten so einfach Einzug in den Mainstream gehalten hat wie bei dieser Band. Dazu kann man ja auch herrlich kuscheln und sehnen, wenn Pur einmal nicht zur Stelle sind. Doch genug Geätze. Das 20-Jährige mit einer netten Werkschau zu feiern, ist nämlich ein grundguter Gedanke. Etwas mehr Pomp und der Mut, den Connaisseuren da draußen auch die ganzen sieben Minuten eines Songs zu gönnen, hätte HIM aber sicherlich besser gestanden. So bleibt eben nur eine umfassende Werkschau mit einem recht faden Beigeschmack.

(Kai Wehmeier)

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Highlights

  • Join me (in death)
  • Your sweet six six six
  • Wicked game

Tracklist

  1. Strange world
  2. Join me (in death)
  3. Heartkiller
  4. Wings of a butterfly
  5. The kiss of dawn (radio edit)
  6. The funeral of hearts (radio edit)
  7. Right here in my arms (radio edit)
  8. Pretending
  9. Buried alive by love (radio edit)
  10. Gone with the sin
  11. Your sweet six six six
  12. The sacrament (radio edit)
  13. Wicked game
  14. Killing loneliness
  15. Bleed well (radio edit)
  16. In joy and sorrow (radio edit)
  17. Poison girl
  18. Scared to death
  19. When love and death embrace (radio edit)
  20. Heartache every moment

Gesamtspielzeit: 76:18 min.

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  • HIM (3095 Beiträge / Letzter am 10.10.2010 - 20:32 Uhr)