Kelly Clarkson - Greatest hits - chapter one

Kelly Clarkson- Greatest hits - chapter one

RCA / Sony
VÖ: 23.11.2012

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Trotz Frischhaltefolie

Bitte keine Beschwerden über Kelly Clarkson. Man muss sich immer vor Augen halten, dass hier auch ihr deutsches Pendant stehen könnte. Mit stets gut geföhnten Haaren spielt es mittlerweile in Musicals wie "Tarzan" oder "Tanz der Vampire" mit, heißt aber weiterhin Alexander Klaws. Der war ja so etwas wie die deutsche Kelly Clarkson. Sie gewann die erste Staffel der Casting-Show "American Idol", er das hiesige Double "Deutschland sucht den Superstar". Insofern hat Clarkson alleine dafür Respekt verdient, zehn Jahre danach überhaupt auf einer musikalischen Bühne präsent zu sein, die größer ist als eine Klappbank auf einem Dorffest in Niederuslar.

Mit dem Zusatz "chapter one" hat Clarkson ihr "Greatest Hits"-Album versehen, was ja andeutet: Da kommt noch mehr. Einen ersten Vorgeschmack hält die Platte bereits parat. Drei neue Titel sind es geworden, die aber im gleichen unteren Mittelmaß schwimmen, aus denen Clarksons Fahrwasser der vergangenen Jahre bestand. Ein Duett mit Country-Sänger Vince Gill, das niemandem wehtun will und viele 15-Uhr-Kaffeestunden in amerikanischen Haushalten beseelt. "Catch my breath", mit Drumbeats besetzt und melodischen Synth-Schleiern behangen, ist Clarksons klarsichtige Quo-Vadis-Erklärung: "Now that you know, this is my life / I won't be told what's supposed to be right." Inhaltlich und musikalisch knüpft die 30-Jährige damit an "Stronger (What doesn't kill you)" an.

Mit "People like us" haut Clarkson noch eine potenzielle P!nk-Nummer raus, inklusive Einladung zum Oooh-Wow-Chor: "Here's to the damned, to the lost and forgotten / It's hard to get high when you're living at the bottom". Um im Bild zu bleiben: Das ist weder Bodensatz noch die Pforte zur Verdammnis, aber in Clarksons Diskografie nur ein subtiler Nebenschauplatz. Erinnern wir uns an den Anfang: Clarkson hatte einst einen - zumindest als solchen ausgerufenen - Gesangswettbewerb gewonnen. Und im als Zugabe gebotenen Live-Mitschnitt von "Beautiful disaster" erfährt man auch, warum.

Genau wie jener Song riechen die Highlights der Platte trotz Frischhaltefolie jedoch schon etwas ranzig, denn sie stammen aus Clarksons musikalischer Anfangsphase. Etwa die R'n'B-Popballade "The trouble with love is" oder "Since u been gone" und "Behind these hazel eyes", die Avril Lavigne ziemlich alt aussehen ließen. Auch das mittlerweile durch Fernsehshows missbrauchte "Because of you" und selbst "Miss Independent" sind Songs ihrer ersten beiden Alben. 2005 hätte "chapter one" wirklich Spaß gemacht. So bleibt diese Compilation Rosinenpickerei zwischen verwurmten Trauben. Ist aber immer noch besser als spitzzahnige Lianenschwinger.

(Stephan Müller)

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Highlights

  • Since u been gone
  • Because of you
  • The trouble with love is

Tracklist

  1. Since u been gone
  2. My life would suck without you
  3. Miss independent
  4. Stronger (What doesn't kill you)
  5. Behind these hazel eyes
  6. Because of you
  7. Never again
  8. Already gone
  9. Mr. Know it all
  10. Breakaway
  11. Walk away
  12. Don't you wanna stay (With Jason Aldean)
  13. Catch my breath
  14. People like us
  15. Don't rush (feat. Vince Gill)
  16. I'll be home for christmas
  17. Dark side
  18. A moment like this
  19. The trouble with love is
  20. I do not hook up
  21. Beautiful disaster (live)

Gesamtspielzeit: 78:55 min.

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