Torpus & The Art Directors - From lost home to hope

Torpus & The Art Directors- From lost home to hope

Grand Hotel van Cleef / Indigo
VÖ: 12.10.2012

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

All inclusive

Thees Uhlmann, Marcus Wiebusch und Reimer Bustorff können nicht irren. Das beweist schon alleine die Tatsache, dass sie ein gemeinsames Label gegründet haben, auf dem sich zahlreiche gute Bands tummeln. Erwähnen muss man an dieser Stelle wohl nicht, dass es sich um das Grand Hotel van Cleef handelt. Die neueste Entdeckung hört auf den schönen Namen Torpus & The Art Directors und versteht es, melodiösen Folkpop so zu verpacken, dass dieser nicht direkt an Mumford & Sons erinnert, sondern eine ganz eigene Note besitzt. Manchmal kommen einem beim Hören Young Rebel Set in den Sinn, etwa bei "Fall in love“. Da diese aber Labelkollegen sind und ganz wunderbare Musik machen, darf diese Parallele ohne schlechtes Gewissen gezogen werden. Ansonsten hat Sänger Sönke Torpus mit seinen Musikkumpanen, die sich alle mittlerweile in Hamburg niedergelassen haben, ein ganz eigenes Album erschaffen, was sich durchaus hören lassen kann. "From lost home to hope“ lautet der Titel, der vielleicht erahnen lässt, dass es in vielen Liedern um das Verlassenwerden geht und zugleich um die Kraft, neue Hoffnung zu schöpfen.

Klebt man beim erstem Mal Durchhören noch nicht gespannt mit der Ohrmuschel an den Lautprechern, um auch ja nichts von den kommenden Klängen zu verpassen, ändert sich dies später. Die Songs erscheinen nach einiger Zeit immer interessanter, und man fängt an, die klitzekleinen Einfälle der Band zu schätzen. So meint man oft intuitiv oder vom vorherigen Hören zu wissen, wie ein Song weitergehen wird, obwohl man nur die ersten drei Akkorde gehört hat; und dann kommt natürlich alles doch ganz anders als erwartet. So ist es bei "Modesty/honesty“ beispielsweise ganz schön, dass mittendrin ein unerwarteter Taktwechsel vollzogen wird. So erscheint alles ein bisschen lebendiger und nicht so eintönig.

Typische Folk-Instrumente wie Trompete, Banjo und Mandoline werden natürlich auch eingesetzt, wenn auch eher dezent. Dazu kommt ein oftmals bis zu fünfstimmiger Chor beispielsweise beim Lied "Known, seen, judged II“. Ebenso lassen sich Country-Einflüsse finden, am deutlichsten zu erkennen in "Fall in love“. Auch mit Balladen scheint sich das Quintett gut auszukennen. So ist "Howl“ ein wunderbar trauriger Song. "If I knew the reason, at least for your leaving / I‘d still hear your heavenly howl / Or maybe just could be around”, heißt es da. Das hätte mit der falschen Instrumentierung leicht im Kitschmülleimer landen können. Doch neben den üblichen Instrumenten ist lediglich ab und zu eine leise Trompete zu hören. Gerade nochmal vorbeigeschlittert an zu viel Schnulze. All inclusive mal wieder im Grand Hotel van Cleef, das selten falsch liegt. Wie machen die das nur?

(Nora-Lynn Höhl)

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Highlights

  • Known, seen, judged
  • Howl
  • Black harp girl

Tracklist

  1. The leaving
  2. Dancing kids & summers laughter
  3. Known, seen, judged
  4. Steps
  5. Known, seen, judged II
  6. Howl
  7. Fall in love
  8. From lost hope to home
  9. It all falls together
  10. Secret
  11. Modesty/honesty
  12. Black harp girl

Gesamtspielzeit: 41:44 min.

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