The Lumineers - The Lumineers

The Lumineers- The Lumineers

Decca / Universal
VÖ: 16.11.2012

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Melodien für Millionen

The Lumineers legen mit ihrem selbstbetitelten Debüt ein sehr gutes eigenständiges Werk ab, soviel als Fazit zum ersten Album des Trios aus Denver, Colorado. Mehr Statement geht gar nicht, denn die Reduktion der Band auf Epigonentum wäre sicherlich woanders rezensionsfüllend, doch nicht auf plattentests.de. Das wäre ungerecht gegenüber dem versierten Spiel der Band und den ausnahmslos guten Songs. An Melodiephobie sollte man jedoch nicht leiden, sonst kann die knappe Dreiviertelstunde mit den Lumineers nicht goutiert werden. Und der ein oder andere sollte vor den Blödmaschinen, wie Georg Seeßlen die niederen Unterhaltungsmedien nennt, seine Angst verlieren, denn die werden sicherlich Formate wie "Shopping Queen", "Das perfekte Dinner" oder "Berlin Tag und Nacht" mit den eingängigeren Songs bestücken. Die Single "Ho hey" dürfte demnächst jedenfalls auch in Ihrem Supermarkt zu hören sein. Wer darauf keine Lust hat, sollte von diesem Folkpop ab sofort Abstand nehmen. Weiterlesen lohnt sich dennoch.

The Lumineers sind mehr als ihre kanten- und eckenlose Fassade vermuten lässt. Unter der Oberfläche befinden sich wunderschön ausformulierte, nuanciert instrumentierte Songs mit oftmals kritischen Texten, die man hier möglicherweise nicht erwartet hätte. "Charlie boy" etwa ist eine der schönsten und melodischsten Antikriegslieder der letzten Jahre. Das kommt momentan im kriegsmüden Amerika sicherlich gut und auch gut an. "Charlie boy" ist zudem mit Mandoline und Geige ausstaffiert und wie für die Bühne gemacht. Die Band ist dabei stets bereit für die große Geste. Wenn Sänger Wesley Keith Schultz in "Big parade" Zeilen wie "Fleet of black, fleet of black limousines / These tinted machines, here comes the cavalcade" intoniert, beeindruckt das, geht aber auch nah an die Schmerzgrenze. Überragend wird es immer dann, wenn Neyla Pekareks Cellospiel im Zentrum des Geschehens steht. "Dead sea" beweist eindrucksvoll, dass eine spärlich, aber behutsam eingesetzte Instrumentierung zu einer großen Hymne führen kann.

The Lumineers werden im Gedächtnis verhaftet bleiben, gleichgültig ob nach diesem ersten Album noch etwas kommt oder nicht. Vom kurzen hippiesken "Flowers in your hair" bis zum abschließenden "Morning song" bleiben Melodien für Millionen. Dass für den Erfolg auch ein Quäntchen Gespür für den Zeitgeist benötigt wird, steht außer Frage. Das Trio hat auf ihrem Debüt dieses Gespür oder auch nur das Glück und setzt seine Ideen bravourös um. Das wirkt alles spektakulär unspektakulär, und wie diese Formvollendung genannt wird, ob Roots-Music-Revival oder einfach Pop, ist herzlich egal. Der Erfolg gibt den Lumineers Recht, und der Kritiker legt seine Feder nieder. Hey ho, let's go!

(Carsten Rehbein)

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Highlights

  • Dead sea
  • Charlie boy

Tracklist

  1. Flowers in your hair
  2. Classy girls
  3. Submarines
  4. Dead sea
  5. Ho hey
  6. Slow it down
  7. Stubborn love
  8. Big parade
  9. Charlie boy
  10. Flapper girl
  11. Morning song

Gesamtspielzeit: 42:21 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
han Valen
2013-05-16 22:23:35 Uhr
Wer hört sowas?

Verblendete Spinner die nicht deinen fantastischen und höchst intellektuellen Musikgeschmack haben, du Großkotz.
....
2013-05-16 21:49:54 Uhr
jedenfalls niemand, der auch die indie-folk-platte "in the airoplane over the sea" von neutral milk hotel im plattenschrank stehen hat.
van Halen
2013-05-16 19:51:15 Uhr
Mumford & Sons, Of Monsters and Men, Lumineers...

Für mich die schrecklichste Mukke seit Jahren. Dieser Hype um diese Naturburschenbands mit ihrer handgemachter Musik ist sowas von lästig. Wer hört sowas?
Jan1976
2013-05-16 19:22:52 Uhr
Nachdem es sich hier gerade nur um den einen Song geht möchte ich mal einwerfen dass die Platte ansonsten völlig heyfrei und meiner Meinung nach recht unaufdringlich ist. Mich überzeugt die Platte weiterhin.
typisch
2013-05-16 18:26:51 Uhr
typische plattentests.de band, genau wie of monsters and man, heulsusen emo indie
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