Lindstrøm - Smalhans

Lindstrøm- Smalhans

Smalltown Supersound / Soulfood
VÖ: 09.11.2012

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Is kitchenmaster

Hier bei Plattentests.de ist es nicht nur ein ungeschriebenes, nein, es ist sogar ein geschriebenes Gesetz, dass wir kleinen Autoren niemals, auf keinen Fall, nienicht auch nur den Anschein eines Zusammenhangs von Kochen und Rezensionen aufkommen lassen und in unseren Texten mit entsprechenden Metaphern jonglieren dürfen. Niedergeschrieben und festgehalten vor vielen Jahrzehnten auf einer kürzlich in Süddeutschland ausgegrabenen Tontafel als erste Plattentests.de-Regel. Ein Verstoß, so wurde uns von ganz oben gleich zu Beginn aufgedrückt, werde mit einem Jahr Unheilig auf Dauerrotation in einem hermetisch abgeriegelten, dunklen Räumchen geahndet. Wahlweise, wenn der feine Herr Chefredakteur einen guten Tag hat - aber wann passiert das schon einmal? -, erfolgt der simple Rausschmiss aus dem verschworenen Clan der Famiglia, ganz ohne Folter.

Was aber nun tun bei einem Album wie "Smalhans" von Hans-Peter Lindstrøm, das dezidiert von den Vorzügen der norwegischen Küche handelt? Von Rohkost, Lammfleisch, Zuckerei, Schafswurst, Kohlgerichten und Waffeln? Darf man dann so etwas schreiben wie, dass der Küchenchef Lindstrøm geputzte, quietschbunte und in der Länge geschnittene Synthesizermelodien, wie sie in den Achtzigern in Mode waren, um geradlinige Drumsounds wickelt, diese zusammen mit ein paar Beatwürfeln und einer Messerspitze pumpender Bässe in den Pott schmeißt, alles eine Runde vor sich hin blubbern lässt, das Tohuwabohu auf heißer Flamme zusammenköchelt und am Ende ein musikkulinarisches Gedicht steht? Dass hier wieder ordentliche Elektrohausmannskost auf den Tisch kommt, die manchmal so gut schmeckt, dass man vor Freude tanzen möchte? Und dass sich Lindstrøm von der experimentellen Molekularküche des Vorgängers "Six cups of rebel" abgewendet hat? Nein, so etwas Plumpes und Abgenudeltes sollte man natürlich nicht schreiben, denn das gibt nur wieder Mecker vom Chef. Zurecht!

Aber wenn es doch so gut passt und einem eh nichts Besseres einfällt, auch weil "Smalhans" inhaltlich einfach gar nichts mit Nahrung zu tun hat? Die Stücke könnten eigentlich auch "Schaukel" oder "Sandalen" heißen, denn es existiert einfach keine Brücke zwischen dem rein instrumentalen Club-Elektro dieses Albums und den dazugehörigen Songtiteln. Pure Willkür. Wie dem auch sei, mit ein bisschen Glück rutscht diese Rezension so durch, weil die Korrektoren nicht genau genug hingeschaut haben und der ausgelastete Chefredakteur natürlich auch nicht immer jeden einzelnen Text checken kann. Wir werden es sehen. Der Rezensent bittet trotzdem präemptiv um Vergebung und hofft, dass er nicht abgeschoben wird in die ewige Verdammnis. Bis dahin tanzen wir doch einfach noch etwas um den heißen Brei.

(Kai Wehmeier)

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Highlights

  • Vossakorv

Tracklist

  1. Raakost
  2. Lammelaar
  3. Eggedosis
  4. Vossakorv
  5. Faarikaal
  6. Vafler

Gesamtspielzeit: 33:48 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
asd
2012-11-04 14:00:46 Uhr
viel schlüssiger als das album aus dem februar. maximierte lindstrom-trademarksongs. macht unglaublich viel spaß und ist keineswegs schlechter als seine alten sachen. ist halt dieses mal "dicke hose". ich mags.
SD
2012-11-02 09:52:09 Uhr
Und die Rezension inklusive des falschen Covers ist wirklich peinlich. Wenn einem wirklich gar nichts dazu einfällt, sollte man es vielleicht besser ganz bleiben lassen.
SD
2012-11-02 09:48:45 Uhr
Halt's Maul, petr.
petr
2012-11-02 09:31:06 Uhr
ein schlechtes album, auf das allerhand zweit- bis drittklassiges gepackt wurde, nur um die 30 min voll zu bekommen. 3/10.
musie
2012-11-02 09:09:34 Uhr
bei der rezi ist das cover des albums vom letzten februar.

diese rezi hätte man wohl wirklich besser nicht durchgehen lassen in der pilzetage. nichtssagender gehts nicht, abgesehen von den namen der songs. dabei liefert Lindstrøm hier ein in seiner vermeintlichen einfachheit (als gegenpol zum letzten album) beeindruckend geschlossenes album ab ohne einen ausfall.

in diesem süffigen dancebereich ist er unschlagbar. für mich eine 8/10.

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