A Fine Frenzy - Pines

A Fine Frenzy- Pines

Virgin / EMI
VÖ: 12.10.2012

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Rückwärts schleichen

"Pines" ist lang. Sehr lang. Viele Songs überschreiten die Sechs-Minuten-Grenze. Leider nicht aus dem Grund, dass sie unglaubliche Intros hätten, stattdessen ist es so, dass Alison Sudol sehr langsam und ausgedehnt singt. Vielleicht kann sie sich einfach nicht beschränken. Die junge Amerikanerin entwickelte nach der Trennung ihrer Eltern eine Leidenschaft für die Musik, vor allem von der Elton Johns und Ella Fitzgeralds. Für sie ist das Schreiben von Texten und die Musik eng miteinander verbunden, denn sie fühlt in jedem Text einen Rhythmus, ein besonderes Versmaß oder andere Eigenschaften, und so enstehen ihre Songs. Sie lernte schnell das Klavierspielen und das Komponieren, so verarbeitete sie die Trennung der Eltern.

Nun ist es da, ihr drittes Album. Und ihre eigentlich schöne und klare Stimme versteckt sie größtenteils hinter einer Hauch-und-Flüster-Inszenierung, die zum schnellen Überhören führt. Allerdings gibt es Lichtblicke wie "Sailingsong" und "It's alive", die mit einem angenehmen und flotten Beat daherkommen und vor allem mit einer starken Stimme. "Sailingsong" verleitet mit seinem Refrain dabei zum Mitsingen, und mit "It's alive" wird durch die Wohnung getanzt. Diese Euphorie ebbt leider mit den restlichen Liedern ab. Dabei beginnt das Album recht geheimnisvoll mit Spannungsklängen, die abrupt enden und in vollen Gitarrensound wechseln, der das ganze restliche Stück überdauert und den schwachen Gesang begleitet, so lange, bis das Ende erhofft wird.

Der Hintergrund ist sehr abwechslungsreich, nur der Gesang scheint monoton, was sehr schade ist, weil Sudol mehr drauf hat. Diese Schönheit im Hintergrund kommt besonders in "Dance of the gray whales" zum Ausdruck, einem Lied ohne Gesang. Es beginnt mit Klängen, die Walgesängen ähneln und geht dann in ein Klavierspiel über, das so gefiltert wirkt, als ob es am Meeresgrund aufgenommen wurde. Sehr gelungen. Während es bei "Dance of the gray whales" gesangslos zugeht, wird "Now is the start" durchweg im Chor inszeniert. Das hört sich ziemlich undynamisch an, wird aber durch schnelle instrumentale Passagen und kecke, laute "Hey"-Rufe aufgelockert. Allerdings fällt der Song zum Ende hin leider in eine endlose textliche Wiederholung, die anstrengt.

"Pines" ist ein Album zum Nebenherlaufenlassen, da es kein großes Aufsehen erregt. Bei genauerem Hinhören beginnt es schnell anzustrengen, da es rückwärts zu schleichen scheint und kaum ein Ende findet. Da reichen selbst die drei Lichtblicke nicht. Ob die Platte wohl besser wird, wenn man sie doppelt so schnell hört?

(Jenn Rudloff)

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Highlights

  • Pinesong
  • Dance of the gray whales

Tracklist

  1. Pinesong
  2. Winds of wonder
  3. Avalanches
  4. Riversong
  5. The sighting
  6. Dream in the dark
  7. Sailingsong
  8. Sadseasong
  9. They can't if you don't let them
  10. Dance of the grey whales
  11. It's alive
  12. Now is the start
  13. Untitled

Gesamtspielzeit: 70:00 min.

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