The Jon Spencer Blues Explosion - Meat+bone

The Jon Spencer Blues Explosion- Meat+bone

Bronzerat / Soulfood
VÖ: 21.09.2012

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Die grobe Fette

Woran man erkennt, dass Tool-Anhänger die größten Muschis unter den Musikfans sind? Hat jemand irgendwann schon mal rumgeheult, dass es von der Jon Spencer Blues Explosion gerade kein aktuelles Album gibt? Eben. Acht Jahre dauerte es, bis die Herren nach Damage" jetzt endlich "Meat+bone" veröffentlichen. Wirklich viel Zeit eigentlich, um Tränen zu vergießen. Doch in der Zwischenzeit gab es etwa mit den White Stripes und den Black Keys genug Zeug, das die Kerbe weiter einschlug, die Jon Spencer Anfang der Neunziger ins Holz gehauen hatte. Hat sich da jemand beschwert? Nein, natürlich nicht. Denn nach so langer Zeit im Geschäft ist bei Bands immer zu befürchten, dass das Knarzen der ledrigen Hautlappen lauter ist, als die Verstärker der Gitarren - alte Menschen werden leiser. Daran aber bei Jon Spencer zu glauben, wäre eine ziemliche Anmaßung.

Denn "Meat+bone" platzt natürlich fast vor Energie. Das Trio trägt wahnsinnig fett auf. "Get your pants off" wird da nicht gesäuselt, sondern im Befehlston ausgesprochen, während die Hände schon beim eigenen Gürtel sind. Die Drums in "Black mold" rumpeln einen einfachen Rhythmus, der sich abartig schnell ins Hirn hämmert. Daneben bügeln Jon Spencer und Judah Bauer eine Melodie runter, die sie aus dem Staub der amerikanischen Landstraßen gezogen haben. Das ist der Fahrplan für die vierzig Minuten. Take it or leave it. Die Jon Spencer Blues Explosion heißt nicht zufällig so. Alt oder authentisch ist vielleicht die einzig erlaubte Frage, doch selbst die prügelt einem die Blues Explosion zackig aus dem Leib. Und so ein Ding wie "Danger" müssen andere Bands erstmal hinbekommen.

Nur mehr Dosenbier kann den Geruchssinn so betäuben, damit es hier nicht weiter nach Schweiß riecht. Die Stärke von "Meat+bone" ist die Pointiertheit. "Bottle baby" läuft runter wie "Black thoughts", ohne Schnörkel und selbst die Ausbrüche der Gitarre bleiben schön im Gesamtbild hinterlegt. Und gerade dadurch brennt nach der durchzechten Nacht nicht nur die Harnröhre, sondern immer noch der Caddy lichterloh. Und verflucht ist die Jugend verschwendet an die Jugend, wenn sie sowas wie "Black mold" nicht mehr hinbekommt. Fast rutscht einem über die Tastatur, dass es sich bei Jon Spencer um ein echtes Original handelt. Doch das wäre zu viel Pathos für eine Platte, die so direkt nach vorne geht. Richtig aufgedreht, lässt alleine der Anfang von "Bear trap" das Leder knarzen. Bei Jon Spencer ist das nur seine hautenge schwarze Hose. Und wen interessieren schon die paar Falten?

(Björn Bischoff)

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Highlights

  • Black mold
  • Bear trap

Tracklist

  1. Black mold
  2. Bag of bones
  3. Boot cut
  4. Get your pants off
  5. Ice cream killer
  6. Strange baby
  7. Bottle baby
  8. Danger
  9. Black thoughts
  10. Unclear
  11. Bear trap
  12. Zimgar

Gesamtspielzeit: 39:37 min.

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