LV - Sebenza

LV- Sebenza

Hyperdub / Cargo
VÖ: 31.08.2012

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Let it beat

Wenn zu "Sebenza" nun hier minimal steht, hat das wenig mit der üblichen Reduzierung zu tun. Das ist bei LV kein Understatement. Wie schon bei der Platte von Cooly G zeigt das Label Hyperdub auch mit diesem Album, dass es sich in weit mehr versteht, als nur das Vordenken des Dubsteps zu übernehmen. Die Klanglandschaft ist runtergeschraubt und abgebaut. Wenige Beats lassen sich von wenigen Synthies aufmischen. Und genau in den Momenten, in denen es dünn werden könnte, kommt dann doch eine weitere Ebene dazu. Dass das Trio LV aus London kommt, überrascht wenig, denn UK Funky und andere elektronische Spielarten der Insel liegen stets drin in diesem Sound, der wie aus dem Gameboy geschüttelt anmutet. Als Unterstützung für ihr zweites Album haben sich LV Okmalumkoolkat und Spoek Mathambo als Stimmen auf "Sebenza" geholt. Und genau dadurch sticht die Platte überhaupt erst so richtig raus.

Denn stimmlos würde "Sebenza" zwar funktionieren, aber sich nicht genug aufdrängen. "Animal prints" pumpt zwar einen anständigen Bass, aber erst durch den Gesang bleibt der Track hängen. Karge Rhythmen fährt auch "Zulu compurar" auf. Die wenigen Effekte, die für Abwechslung sorgen, setzen LV sehr bewusst und vorsichtig ein. Die Greifbarkeit dieses Sounds rücken sie ziemlich deutlich nach vorne. "Safe and sound" mag auf den ersten Augenblick überladen sein, doch da ist es nur die Geschwindigkeit, die das Paket für einen Moment etwas druckvoller macht. Hinter den Beat schiebt sich dann ein Synthieklang, der ein paar Melodiekrümmel einstreuen darf. Doch den dicksten Moment haben Bass und Rhythmus auf "Sebenza", die wirklich durchweg das Rückgrat der Tracks ausmachen. Dabei sind Dinge wie "Work" nicht einmal richtig anspruchsvoll oder gar abwechslungsreich, doch LV basteln aus den wenigen Mitteln eine hypnotische Stimmung, die sofort zieht. Vielleicht sangen Faxgeräte einst so ihre Schlaflieder.

Doch der nächste Takt treibt einen wieder aus dem Dämmerzustand. "Nothing like us" stellt sich noch ein wenig bräsiger an und geht ein wenig mehr in die Breite, während der Rest von "Sebenza" sehr linear verläuft. Da kann sich auf engstem Raum auch mal eine Melodie entfalten und ausbreiten. Denn die wenigsten Tracks erreichen überhaupt die vier Minuten. LV schaffen den richtigen Absprung - es ist nie zu lang oder zu kurz. Das sind einfache Mittel und Dinge, die aber wirken. Die Zusammensetzung der einzelnen Bestandteile ist ziemlich durchdacht und auch vielleicht komplexer, als der Anschein der Oberfläche nahelegt. Unterkühlt mag das einem erscheinen, doch auf "Sebenza" schlägt ein Herz. Und sei es nur in 8 Bit.

(Björn Bischoff)

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Highlights

  • Sebenza
  • Nothing like us
  • Spitting cobra

Tracklist

  1. Sebenza
  2. Animal prints
  3. DL
  4. Limb
  5. Zulu compurar
  6. Hustla
  7. Nothing like us
  8. Thatha lo
  9. Safe and sound
  10. Primus stove
  11. International pantsula
  12. Spitting cobra
  13. Work
  14. Uthando lwaka

Gesamtspielzeit: 48:01 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
petr
2012-10-21 12:13:26 Uhr
lol, was ist das denn für ein scheiß? und so etwas wird mit einer rezension und 7/10 belohnt^^
Zum kompletten Thread

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