Danko Jones - Rock and Roll is black and blue

Danko Jones- Rock and Roll is black and blue

Bad Taste / Soulfood
VÖ: 21.09.2012

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Angedickt und abgespeckt

Das Tagesgeschehen hat es versaut, denn eigentlich wäre die neue Platte von Danko Jones ziemlich gut und schnell mit Rock für Versicherungsvertreter beschrieben. Doch jener Berufsstand haut ja in Swingerclubs und Bordellen derart auf die Kacke, dass es mit zerlegten Hotelzimmern gar nicht aufgewogen werden kann. Und während sich die Herren im Anzug die Nudeln massieren lassen, bleiben Danko Jones die einzige Konstante in dieser Gleichung. Mit dem sechsten Album spielen die Kanadier exakt den gleichen Schuh runter, den sie immer schon runterspielten. Baby, Baby, Baby soll wieder zurückkommen, die Verstärker haben die Herren bis zum Anschlag aufgedreht und alles geht direkt nach vorne.

Sex gibt es bei Danko Jones frei nach der Dreifaltigkeit des Rock auf jeden Fall. "Legs" rubbelt sich aber eben nur an jenen Beinen, die besungen werden, anstatt sich dem Honigtopf zuzuwenden, der da an dem oberen Ende liegt. "Type of girl" erzählt auch nur die übliche Liebesgeschichte. Drogen liegen auf "Rock and Roll is black and blue" eher weniger rum. Klar, gesoffen wird hier bestimmt, und die Flasche Jägermeister bringt ein maskulines Grunzen hervor. Doch das war es dann auch schon. Damit schocken Danko Jones niemanden mehr außer vielleicht das Bundesministerium für Gesundheit.

Und der Rock'n'Roll selbst? King Buzzo brachte es die Tage ziemlich gut auf den Punkt, als er einforderte, dass die Leute endlich wieder Eier zeigen sollten. Nach der Trennung will niemand das weinerliche Gejammer hören, sondern die Geschichte, wie man ins Haus des Ex-Partners marschiert und mit ihrem/seinem brennenden Kopf wieder raus. Klar, jammern Danko Jones hier nicht. Aber brennen tut es auch nicht. Der Sound kommt zu sehr aus der Konserve, die Riffs sind bekannt aus den dreiundfünfzigtausend Veröffentlichungen, die einem so ins Haus trudeln als Schreiberling und die einem erzählen, dass hier die nächsten White Stripes oder Black Keys warten. Ja, sogar der Blues soll da oft exhumiert werden.

Bei Danko Jones kommt das zum Glück nicht vor, denn dafür sind die Herren zu lange im Geschäft. Aber ist das wirklich schon altersmilde, wenn die müden Drums von "Don't to this" ihre Takte runterspielen? Und mit dem Gospelchorin "I believed in God", der weder lustig noch gut gemeint ist, kann doch auch niemand ernsthaft was anfangen? Da geht doch nichts. Vielleicht hätten Danko Jones sich nicht Schwarz und Blau vornehmen, sondern ihrer Musik lieber etwas Speck geben sollen, damit man aus den Flammen den Schweinegeruch in der Nase hat. Macht natürlich sicher immer noch Laune für den einen oder anderen, aber Danko Jones kommen mit diesem Verwaltungsapparat namens "Rock and Roll is black and blue" auch nicht über den Durchschnitt hinaus. Seine Seele verkauft niemand an diesen Sound und mit Blut schreibt auch keiner. Unterzeichnet wird aber trotzdem bitte, hier, hier und hier. Und die doppelte Ausfertigung nicht vergessen!

(Björn Bischoff)

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Highlights

  • Type of girl

Tracklist

  1. Terrified
  2. Get up
  3. Legs
  4. Just a beautiful day
  5. I don't care
  6. You wear me down
  7. Type of girl
  8. Always away
  9. Conceited
  10. Don't do this
  11. The masochist
  12. I believed in God (Reprise)
  13. I believed in God

Gesamtspielzeit: 43:48 min.

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