Clock Opera - Ways to forget

Clock Opera- Ways to forget

Moshi Moshi / Island / Universal
VÖ: 14.09.2012

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Scissor samplers

Woher nehmen Musiker eigentlich ihre Ideen? Klar, der amerikanische Folk-Sänger streift einsam durch die Wiesen und Wälder des mittleren Westens, und Jungs wie Pete Doherty wissen genau, mit welchen Mittelchen man nachhelfen kann, um die eigene Kreativität zu Höchstleistungen anzuspornen. Die vier Londoner von Clock Opera holen sich ihre Muse dagegen im Supermarkt, in der Sporthalle, aus der Waschmaschine oder am Bahnhof. Wie sie das macht, erklärt die Band mithilfe von einigen (übrigens sehr interessanten) Videos auf ihrer Homepage. Da wird dann aus den Scan-Geräuschen an der Selbstbedienungs-Kasse ein hektischer Klick-Klick-Beat. Oder der Ton, der die Lautsprecherdurchsagen am Bahnsteig ankündigt, bildet später als Sample das Grundgerüst für einen Song.

Etwas Besonderes ist das für die Londoner nicht. Denn Clock Opera um ihren Mastermind, Sänger und Gitaristen Guy Conelly kennen sich mit Samples aus. Für die Elektro-Pop-Kollegen wie Marina And The Diamonds, Metronomy und Architecture in Helsinki fertigten sie genauso Remixe an wie für die New Yorker Indie-Band The Drums. Auch eigene Werke hat die Band schon veröffentlicht. 2009 kam die erste Single heaus, seitdem folgten weitere Singles und vier EPs. Und jetzt kommen Clock Opera eben mit ihrem bemerkenswerten Debüt "Ways to forget" um die Ecke.

Klingen die ersten zwei Minuten von "Once and for all" noch ein wenig verhalten, so lassen Clock Opera danach Synthis und Samples von der Leine. Spätestens beim düsteren "Lesson no. 7" ist der Hörer drin in diesem Album. Clock Opera balancieren gekonnt auf dem schmalen Grat zwischen Elektro und Pop. Songs wie "Man made" und "The lost buoys" sind einfach phantastische Pop-Songs, die ins Ohr gehen und da auch nicht mehr so schnell herauskommen. Letzteres klingt so, als würde Chris Martin jetzt bei Miike Snow singen. Coldplay schwingt ohnehin immer wieder mit in der Musik der Londoner. Sei es in der warmen Stimme der Piano-Ballade "Belongings" oder in den über viele Songs verteilten "Oh-oh-ohs".

Den Gang in den Club wagen Clock Opera mit "A piece of string". Hektische, elektronische Beats ziehen sich durch den gesamten Song. Mit dem richtigen Remix könnte aus dem Teil ein Club-Hit werden. "Ways to forget" hat kaum Schwächen. Nur "11th Hour" und "White noise" fallen etwas ab. Man wartet hier vergeblich, dass es Klick macht. Dafür sind die Samples umso spannender: ein hüpfender Basketball und eine Tätowier-Nadel. Wer schlägt da wohl wen bei "Stein, Schere,Papier"?

(Robin Kunte)

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Highlights

  • Man made
  • A piece of strings
  • The lost buoys

Tracklist

  1. Once and for all
  2. Lesson no.7
  3. 11th hour
  4. Man made
  5. Belongings
  6. White noise
  7. A piece of string
  8. The lost buoys
  9. Move to the mountains
  10. Fail better

Gesamtspielzeit: 43:43 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
musie
2012-11-27 07:36:30 Uhr
die sind live sehr zu empfehlen, das war ein ausserordentlich gutes konzert gestern. hat mich alles oft an doves erinnert, und die stimme hat was von guy garvey oder peter gabriel. sehr gute rezi hier vom album, die bringts auf den .
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