As I Lay Dying - Awakened

As I Lay Dying- Awakened

Metal Blade / Sony
VÖ: 21.09.2012

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Stein um Stein

Er steht da einfach nur so herum. Regungs-, ja fast teilnahmslos, könnte man sagen. Und doch scheint ein wenig Stolz mit im Spiel zu sein. Das könnte man zumindest annehmen, wenn man den belatzhosten, vollbärtigen Mann mit Kelle in der Hand vor einer akkurat verputzten Mauer stehen sieht. Dass um ihn herum As I Lay Dying zur ersten Singleauskopplung "A greater foundation" abgehen wie die häufig zitierte Katze aus dem Hause Schmidt, scheint ihn wenig zu beeindrucken. Vermutlich hat er Feierabend. Und doch kann diese Szene aus dem Videoclip gut als Sinnbild für die Karriere der Metalcore-Schwergewichte aus San Diego herhalten: Stein um Stein beziehungsweise Album um Album haben sich die Mannen um Tim Lambesis ihren momentanen Status auf sicherem Fundament erarbeitet und stets untermauert.

Bereits nach dem furiosen Brutalostart "Cauterize" und dem eingangs erwähnten Donnerbalken "A greater foundation" ist klar, dass auch dieses Mal kein Bröckeln zu befürchten ist. Ganz im Gegenteil. Kraftstrotzend, kompromisslos, technisch versiert und mit detailverliebten Arrangements legen As I Lay Dying die diesjährige genreinterne Messlatte hoch. Und so reihen sich zwischen haushohen Breakdowns, beängstigenden Moshparts, fetten Blastbeats, aggressivem Shouting und standesgemäßer Saitenarbeit einige ausgeklügelte, erfrischende und befreiende Komponenten ein, die man teilweise nicht erwartet hätte, die man aber letztlich absolut zu schätzen weiß.

So fügt sich der mehrstimmige Chorus von "Resilience" bestens in das restliche Geknüppel ein und wirkt dabei fast schon episch. Überhaupt sind es gerade die Refrains, die größtenteils mit cleanem Gesang vorgetragen werden und dabei nichts an Energie einbüßen. Dass es bei "Wasted words", "Whispering silence", dem balladesk beginnenden "Overcome" oder vor allem in "My only home" und "Tear out my eyes" nachgerade hochmelodisch zur Sache geht, hat nichts mit fehlender Härte zu tun. Es ist wohl eher eine wohldurchdachte Dehnfuge zwischen all den steinharten Brechern. Denn im Gegensatz zu der am Ende des Videos zusammenkrachenden Mauer gab es hier keinen Pfusch am Bau.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • Cauterize
  • A greater foundation
  • Wasted words

Tracklist

  1. Cauterize
  2. A greater foundation
  3. Resilience
  4. Wasted words
  5. Whispering silence
  6. Overcome
  7. No lungs to breathe
  8. Defender
  9. Washed away
  10. My only home
  11. Tear out my eyes

Gesamtspielzeit: 42:46 min.

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