Devin Townsend Project - Epicloud

Devin Townsend Project- Epicloud

InsideOut / EMI
VÖ: 21.09.2012

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Anspruch und Wirklichkeit

So abgedroschen es auch klingen mag: Bei Devin Townsend kann sich tatsächlich nur sicher sein, dass nichts sicher ist. Denn eigentlich, so hatte er seinerzeit verkündet, sollte das Devin Townsend Project für jene vier Alben existieren, mit denen er seine diversen Probleme, Sorgen und Süchte einmal so richtig verarbeiten, kurz - das Oberstübchen konsequent aufräumen wollte. Aber auch hierfür ist der kanadische Workaholic berühmt-berüchtigt: Wenn die kreativen Ideen nun einmal fließen, muss schnellstens ein geeignetes Ventil her.

Nun macht Townsend dankenswerterweise nicht den Fehler, an den Zyklus aus "Ki", "Addicted", "Deconstruction" und "Ghost" noch einen weiteren Teil anzuflanschen, sozusagen den fünften Teil der Tetralogie zu kreieren. Ebenso positiv stimmt die Ankündigung, noch intensiver als auf , "Addicted" auf die Sangeskünste von Anneke van Giersbergen zu setzen. Schade nur, dass der eigentliche Opener "True north" trotz van Giersbergen nur ansatzweise zünden will. Trotz der interessanten Idee, einen Gospelchor einzubinden, drängt sich bisweilen das böse Wort "Überbleibsel" auf.

Wie gut, dass "Lucky animals" dagegen so richtig ausflippen kann. Breitwand-Sounds, gewohnt exaltierter Gesang Townsends: Das macht doch Spaß wie zu alten Zeiten der Devin Townsend Band und Alben wie "Physicist" oder "Terria". Apropos "Physicist" - die Entscheidung, "Kingdom" von selbiger Platte erneut einzuspielen, dürfte mindestens für Fragezeichen sorgen. So großartig-abgedreht die Neubearbeitung auch ist.

Natürlich kann Townsend immer noch wie kein anderer großartige Popsongs wie "Save our now" und durchdrehende Abrissbirnen wie eben "Kingdom" oder auch "More!" auf ein einziges Album packen. Aber diesmal müssen eben auch vereinzelte Schwächen wie die unspannende Ballade "Divine" oder das arg pathetische "Angel" verzeichnet werden. Das macht "Epicloud" nun weiß Gott nicht zu einem schlechten Album. Aber der Anspruch an Alben des Devin Townsend Project ist nach dem großartigen Zyklus so hoch geworden, dass gute Platten eben "nur" gut sind.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Lucky animals
  • Save our now
  • More!

Tracklist

  1. Effervescent!
  2. True north
  3. Lucky animals
  4. Liberation
  5. Where we belong
  6. Save our now
  7. Kingdom
  8. Divine
  9. Grace
  10. More!
  11. Lessons
  12. Hold on
  13. Angel

Gesamtspielzeit: 49:58 min.

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