The Fantômas Melvins Big Band - Millennium monsterwork

The Fantômas Melvins Big Band- Millennium monsterwork

Ipecac / EFA
VÖ: 19.04.2002

Unsere Bewertung: Ohne Bewertung

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Liebe oder Haß

Es gibt Ereignisse, bei denen man sich noch Jahre später fragt, warum es einem vom Schicksal nicht vergönnt war, daran teilzunehmen. Ebenso gibt es solche, bei denen man bis in alle Ewigkeiten dankbar ist, daß glückliche Umstände einen an der Teilnahme gehindert haben. In welche dieser Kategorien ein gemeinsames Konzert von Fantômas und den Melvins fällt, hängt wohl sehr vom Standpunkt des Betrachters ab. Beide Bands kann man eigentlich nur inbrünstig lieben und grundlegend verabscheuen.

Daß sich sowohl Abscheu als auch Liebe potenzieren, wenn nun die aus beiden Gruppen gebildete Bigband über die Bühne brettert, zeigt der hier vorliegende Mitschnitt des Sylvesterkonzertes 2000. Emotionslos kann man dem auf "Millennium monsterwork" gebotenen wohl nicht gegenüberstehen. Die Mischung aus Melvins- und Fantomas-Songs inklusive einiger Filmmusikadaptionen ist deutlich zu radikal, um dem Zuhörer nicht mehr als ein schulterzuckendes "Na und?" zu entlocken.

Ob es nun die ausgiebig zelebrierten Lärm- und Feedbackpassagen sind, gegen die Neil Youngs Soundgewitter wahre Engelschöre sind, ob man seine Verachtung aus dem exzessiven Gesangsstil Mike Pattons nährt oder ob man schlicht mit der vordergründigen Strukturlosigkeit der Musik überfordert ist: die Kooperation dieser Bands erzeugt hier keinen gemäßigteren Klang, vielmehr werden die Kanten schärfer und die Performance bleibt kompromißlos bis zum bitteren Ende.

Das alles war zu erwarten. Interessanter ist die Frage, ob sich die sicher hohen Erwartungen eines Menschen, der ganz ungläubig das Gemeinschaftswerk zweier verehrter Bands im Plattenladen entdeckt, denn auch erfüllen. Das läßt sich natürlich nicht mit Sicherheit beantworten, denn positive Erwartungen sind viel leichter zu enttäuschen. Die Chancen aber, daß man als interessierter Zuhörer mit diesem Dokument eines einmaligen Ereignisses glücklich wird, stehen gut. Denn diese Platte ist krank. Cool. Unglaublich. Und so ziemlich das exzentrischste Stück Musik, das in diesem Jahr einen CD-Player von innen sehen wird.

(Rüdiger Hofmann)

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Highlights

  • Ol' black Stooges
  • The bit
  • Me and the flamer
  • Mombius Hibachi
  • Skin horse

Tracklist

  1. Good morning slaves
  2. Night goat
  3. The omen
  4. Cholo Charlie
  5. White men are the vermin of the earth
  6. Terpulative guns & drugs
  7. Ol' black Stooges
  8. Ripping chicken meat
  9. The bit
  10. Musthing with the phunts
  11. Me and the flamer
  12. She's a puker
  13. The turkey doctor
  14. Hooch
  15. Mombius Hibachi
  16. Liquorton Gooksburg
  17. Skin horse
  18. Cape fear

Gesamtspielzeit: 40:41 min.

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