Coheed And Cambria - The afterman: Ascension

Coheed And Cambria- The afterman: Ascension

V2 / Cooperative / Universal
VÖ: 05.10.2012

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Auf und nieder

"Endlich!" jubilierten die einen, als Coheed And Cambria das Konzept-Monstrum "The Amory wars" mit "Year of the black rainbow" zu Ende brachten - wenn man denn Teil eins auf dem fünften Album als solches bezeichnen mag. "Was nun?" fragten sich wiederum die anderen - diejenigen, die mit Wonne in ein weiteres Science-Fiction-Epos eintauchen mochten. In der Filmwelt gibt es zwei Alternativen: Ein Prequel (mit "Year of the black rainbow" erledigt) und ein Spin-Off. Bitte sehr: Der "Afterman" ist ein gewisser Sirius Amory, der im für Band-Aficionados hinlänglich bekannten Heaven's-Fence-Universum der wichtigste und beste Astronom ist und kurz vor der größten Entdeckung seines Lebens steht. Nun ja.

Allerdings dürfte auch der letzte Konzeptalbum-Fetischist erkennen, dass die beste Story ohne passende Songs nichts taugt - was die Crux an den beiden letzten Alben der New Yorker war. Doch tatsächlich gelingt es Chefdenker Claudio Sanchez nach dem hübsch melancholischen Intro "The hollow" wieder einmal, mit "Key entity extraction I: Domino the destitute" einen marschierenden Rocker abzuliefern. Sollte sich die Rückkehr von Drummer Josh Eppard, der die Band nach dem feinen "Good Apollo I'm burning star IV Volume one: From fear through the eyes of madness" verlassen hatte, tatsächlich so nachhaltig auswirken?

Auch "Mothers of men" überzeugt noch voll und ganz. Aber insbesondere bei den drei folgenden Teilen von "Key entity extraction" verliert sich Sanchez immer wieder in Sample-Spielchen, die natürlich der Story dienen, die ansonsten guten Songs wie dem geradezu grotesk poppigen "Hollywood the cracked" oder dem krachenden "Vic the butcher" letzten Endes ein wenig die Konsequenz nehmen. Und während jene Stücke immerhin noch Widerhaken zeigen, ist das abschließende "Subtraction" mit seinem Spieluhr-Sound ein mindestens ungewöhnlicher Cliffhanger zum zweiten Teil, der sinnigerweise "The descension" heißen wird.

Zugegeben: Songdienlich im Wortsinne waren Coheed And Cambria noch nie und werden es auch nie werden. Dennoch wird das Konzeptgerüst für die Band mehr und mehr zum einengenden Korsett. Das nennen einige prätentiös, andere wiederum konsequent lyrisch. Aber: Deutlich besser als auf "Year of the black rainbow" oder "No world for tomorrow" gelingt es den New Yorkern wieder, Songs mit einer gewissen Nachhaltigkeit zu schreiben. Auch wenn sich diese erst spät erschließt.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Key entity extraction I: Domino the destitute
  • Mothers of men

Tracklist

  1. The hollow
  2. Key entity extraction I: Domino the destitute
  3. The afterman
  4. Mothers of men
  5. Goodnight fair lady
  6. Key entity extraction II: Hollywood the cracked
  7. Key entity extraction III: Vic the butcher
  8. Key entity extraction IV: Evagria the faithful
  9. Subtraction

Gesamtspielzeit: 39:35 min.

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