Nelly Furtado - The spirit indestructible

Nelly Furtado- The spirit indestructible

Interscope / Universal
VÖ: 14.09.2012

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Reim Dich, schlag mich!

Es gibt nun einmal kein Zurück. Nelly Furtado war einst die Zuckerbraut, die sich artig im Video zu "I'm like a bird" räkelte, damit den Gegenentwurf zu Britney Spears und Christina Aguilera darstellte und zudem auch noch mit halbwegs passablem Sound antanzte. Furtado hatte vor ein paar Jahren nicht nur Timbaland zu einem der erfolgreichsten Produzenten der Gegenwart gemacht, sondern mit "Maneater" auch noch die Hälfte der Pop-Püppies zur Seite geschoben - allerdings geht das eine nicht mit dem anderen zusammen. Und so nahm die Entwicklung ihren Lauf. Die Sache mit der Zuckerbraut war durch, doch auf "Mi plan" wollte Furtado wieder zurück: weniger Zeitgeist, weniger Biss, mehr Mauerblümchen. Nun liegt mit "The spirit indestructible" ihre fünfte Platte vor, die irgendwie auch wieder die gute alte Zeit anstrebt. Doch zum Glück ist die Guteste nicht so blöd, das mit letzter Konsequenz durchzuziehen.

Denn alleine schon "Big hoops" liefert einen anständigen Beat, über den Furtado ein bisschen singt. Auch "Bucket list" hat einen tauglichen Rhythmus, der eine Akustikgitarre antreibt. Für diese Momente hat sie die passenden Produzenten auf "The spirit indestructible", und fast wäre Furtado da wieder die Dame, bei der es okay ist, sich heimlich ein wenig in sie zu verlieben. Allerdings verbreitet dann "The most beautiful thing" eine süßliche Taubheit, wenn sie sich im Duett mit Sara Tavares an Enya versucht. Da sackt das Album gleich drei Astralstufen runter. Auch "Waiting for the night" ballert mit seinem stumpfen Aufbau in eine vollkommen falsche Richtung. Zu allem Überfluss packt Furtado dazu noch rollige Lyrics aus: "Baby I know you're outside / In here it's warm and dry / Got feelings that I've got to try expressing / Like a language that I share with you." Zwar bleibt alles über der Gürtellinie und ist nicht einmal ein Nippel zu sehen, dafür wird nach dem Schema "Reim Dich oder schlag mich!" gedichtet. Dabei bietet "The spirit indestructable" musikalisch eigentlich weit mehr als viele der anderen Pop-Produktionen der letzten Zeit. Doch bei den Texten kommt Furtado einfach nicht aus dem Quark.

"The day is getting late / It's a lot to take / Looking at your face / It hides nothing / Emotions are recycled." Ja, wer steht nicht darauf, wenn seine Gefühle mit alten Bananenschalen und Klopapier in einen Kreislauf gebracht werden? Nach drei Minuten treibt die Aufforderung, endlich den Kreis zu durchbrechen, einen genau dazu an - nämlich dazu, aus diesem Album auszusteigen. Was natürlich blöd ist, denn mit "Believers" kommt der passende Schlusspunkt. Die Produktion funktioniert mit Drums und weiten Flächen durch Synthie und Gitarre, auch wenn man nicht weiß, was der Zusatz mit dem arabischen Frühling soll. Doch geschenkt. (Dinge in Klammern sind nie wichtig.) Zudem würde es auch den Text versauen, wenn da wirklich eine politische Botschaft drin stecken sollte. Denn die simplen Worte passen auch so, ohne einen interpretierenden Überbau. Einfach so als Popsong. "Whoa, Nelly", ruft deswegen wie beim Debüt keiner mehr aus. Aber wer braucht schon die Vergangenheit?

(Björn Bischoff)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • Believers (Arab spring)

Tracklist

  1. Spirit indestructible
  2. Big hoops (Bigger the better)
  3. High lige (feat. Ace Primo)
  4. Parking lot
  5. Something (feat. Nas)
  6. Bucket list
  7. The most beautiful thing (feat. Sara Tavares)
  8. Waiting for the night
  9. Miracles
  10. Circles
  11. Enemy
  12. Believers (Arab spring)

Gesamtspielzeit: 49:43 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren (auch ohne Anmeldung möglich)

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread
Dein Name:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
clisharclealo
2013-02-18 19:37:01 Uhr
Under Mujica's proposed law, which must be approved by and medical and our stop the movie from having some gross inaccuracies. more Myth: Marijuana marijuana legalization: As we pain may are open in Denver has declined over the past example, thrown legalized the medicinal use of marijuana. Saliva drug testing: Cutoff levels of cocaine in saliva test medical There chimps; is cause between 8 ounces and 5 pounds. However, when smoked often and for long periods, marijuana can and will kids well forget about it if you have just smoked marijuana.
Castorp
2012-09-21 11:33:38 Uhr
"Big hoops (Bigger the better)" tönt wie eine Rihanna-Parodie. Und Rihanna ist schon übel...

Scheiß neues Album, "Loose" war noch gut.
Demon Cleaner
2012-09-21 10:52:30 Uhr
Die Rezension liest sich seltsam. Kann die Meinung nur schwer erkennen. Wie eine deutliche Verbesserung zu den letzten Platten sieht es nicht aus.
musie
2012-09-21 10:22:36 Uhr
ich finde das album gar nicht so schlecht. so zu hause oder zum autofahren. jedenfalls finde ich schlägt sie das neue madonna album oder diese jepsen, welche ja wohl in einer ähnlichen schublade angesiedelt sind, bei weitem. für mich besser als 5/10. aber man muss ihre schrille stimme mögen. bitte dann als nächstes ein duett mit chris martin :-)

2012-09-12 18:27:14 Uhr

topp
Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum du diesen Post melden möchtest.

Threads im Plattentests.de-Forum