Blaqk Audio - Bright black heaven

Blaqk Audio- Bright black heaven

Superball / EMI
VÖ: 21.09.2012

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Blaqk celebration

"Did we have an understanding? / Maybe I don't understand" lauten die ersten Zeilen von "Cold war", das gleichzeitig den Auftakt zu Blaqk Audios zweitem Longplayer bildet. Und auch knapp fünf Jahre nach dem vor allem in den Vereinigten Staaten äußerst erfolgreichen Debütalbum "Cexcells" wird manch AFI-Fan immer noch nicht verstehen und durchdrungen haben, was das Ganze soll. Doch dabei ist es furchtbar einfach. Auch auf dem nun vorliegenden "Bright black heaven" ziehen Davey Havok und Jade Puget den Eyeliner nochmal nach, sorgen für einen wetterfesten Schopf und frönen abseits ihrer Hauptband AFI ihrer nicht mehr allzu heimlichen Vorliebe für elektronische Tanzmusik aus den Achtzigern.

Dass das Ganze bisweilen wie eine Fortsetzung von "Cexcells" klingt, kommt nicht von ungefähr. Tatsächlich haben viele der zwölf neuen Tracks schon einige Jahre auf dem Buckel. Wären da nicht rechtliche Verpflichtungen gegenüber einem ehemaligen Label gewesen, hätte das Duo "Bright black heaven" vermutlich schon vor Jahren unter das tanzende Volk gebracht. Eben das funktioniert aber natürlich auch anno 2012. Besagtes "Cold war" kommt da zum Beispiel zwar wenig überraschend, in seiner seltsamen Mischung aus den alten Helden Erasure und OMD allerdings recht cool herüber. Womit wir auch schon den ersten Songtyp erfasst hätten. Es ist der, der trotz unterschwellig und permanent vorhandener Melancholie versucht, die fröhliche Sau raus zu lassen. Womit das am besten funktioniert? Ganz klar: mit flottem Tempo, jeder Menge Synthies und noch mehr stampfenden Beats. So viel von allem, dass man zwischendurch ins Grübeln kommt, ob die beiden Herrschaften das wirklich ernst meinen.

Das tun sie aber in der Tat. Und das ist auch gut so. So lässt es sich unbeschwert zu "Fade to white", "Say red" oder dem zwischendurch in Dreamdance abdriftenden "Bon voyeurs" abtanzen oder zumindest mitnicken. Wer danach nicht die Zeilen "Who cares who's watching you?" auf den Lippen hat, sollte mal seinen Ohrwurmdetektor checken. Dass Havok und Puget große Fans von Depeche Mode und artverwandten Bands sind, beweist Songtyp Nummer zwei. Düster, etwas zurückgelehnter, mit Synthies vollgepackt und kraftvoll kommen Stücke wie "Faith healer", das wuchtige "Deconstructing gods", ein traumwandlerisches "Bliss" oder das an Depeche Mode zu seligen "Construction time again"-Zeiten erinnernde "With your arms around me" daher. Ob man derartige, nur zum Teil originelle Heldenverehrung verstehen muss? Nicht unbedingt. Gut finden, Spaß haben und in Erinnerungen schwelgen ist aber auch okay.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • Cold war
  • With your arms around you
  • Bon voyeurs

Tracklist

  1. Cold war
  2. Fade to white
  3. Faith healer
  4. Deconstructing gods
  5. Everybody's friends
  6. Let's be honest
  7. With your arms around you
  8. Bliss
  9. Bon voyeurs
  10. The witness
  11. Say red
  12. Ill-lit ships

Gesamtspielzeit: 48:16 min.

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