Stereolove - Stereo loves you

Stereolove- Stereo loves you

Columbia / Sony
VÖ: 07.09.2012

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Die mittlere Spur

Uwe Bossert und Mike Gommeringer, klingelt da was? Nein? Vielleicht bei Philipp Rauenbusch und Sebastian Padotzke? Auch nicht? Aber dann ganz bestimmt bei Thomas Hanreich, oder? Immer noch nicht? Na gut, zugegeben, man muss nicht wissen, dass wir es bei Stereolove mit einer All-Star-Band mehr oder weniger verdienter Recken der deutschen, nun ja, Rockmusik zu tun haben. Okay, Pop trifft es wahrscheinlich besser. Wie dem auch sei, vier Fünftel von Sterelove spielten früher bei Reamonn, aber seit Rea Garvey als Solokünstler und Jurymitglied bei "The voice of Germany" besseres zu tun hat, schimmelte man halt so rum. Und während des Faulens fiel den Vieren plötzlich auf, dass da ja auch ein anderer mal wieder etwas Rampenlicht gut gebrauchen könnte. Und schon hatte man in Thomas Hanreich, dem früheren Sänger von Vivid, adäquaten Ersatz. Wir haben es hier also mit Musikern zu tun, die bereits Erfahrungen mit dem Schreiben guter Popsongs haben. Zumindest jeweils mit einem. Reamonns "Supergirl" und Vivids "Still" dürfen fairerweise nicht unter den Tisch gekehrt werden.

Die gute Nachricht ist, dass Stereolove kaum nach Reamonn klingt. Schade allerdings, dass der neusortierte Fünfer trotzdem auch nur sehr radioaffinen Pop abliefert, der dann eben doch nicht viel mehr Überraschungen bietet als die letzten Alben der Band um Garvey. Musik also, die in irgendwelchen Sat.1-Liebesfilm-Trailern eingesetzt wird, vielleicht im Abspann eines Freundschaftsländerspieles der deutschen Nationalmannschaft gegen San Marino oder auch als kleines Zwischenspiel live from tape im ZDF-Fernsehgarten. "Stereo loves you" ist so dermaßen middle of the road und ungefährlich, wie es nur eben geht. Die Produktion der Platte ist allerdings schön warm geraten, und Hanreichs angenehme Stimme leistet ihren Anteil am sanftmütigen Gesamtbild. Der Song, der wirklich positiv herausragt, ist "The love of my life" aufgrund seiner tonangebenden Trompete und Posaune. Nicht so schön wie bei Embrace zwar, das wäre übertrieben, aber hier hebt sich "Stereo loves you" einmal für knapp vier Minuten von den restlichen Freundlichkeiten des Albums ab.

Ach, eigentlich gibt es gar nicht so viel zu mäkeln an diesen Nettigkeiten. Es ist eben einfach nicht mehr als höfliche, gefällige Popmusik, die niemandem wirklich weh tun dürfte. Aber haben wir etwas anderes von einer Kombination Reamonn plus Vivid erwartet? Nein, aber mehr wollen Stereolove doch auch gar nicht. Das Album wird seine Zielgruppe finden, und wenn nicht alles täuscht, dann werden wir in den kommenden Monaten noch des öfteren beim Zappen von dieser Band hören. Kein Grund also, gleich alles in Grund und Boden zu schreiben. Die Namen der Mitglieder muss man sich natürlich trotzdem nicht merken, das sind dann einfach die von Reamonn mit dem neuen Sänger. Ungerecht zwar, aber so ist die Welt nun mal.

(Kai Wehmeier)

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Highlights

  • The love of my life

Tracklist

  1. This is it
  2. What if (I just wanna go gome)
  3. Love what you do
  4. Fallin'
  5. The love of my life
  6. This one's for you
  7. Only in dreams
  8. All we are
  9. Once
  10. Miss you

Gesamtspielzeit: 48:31 min.

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  • STEREOLOVE (2 Beiträge / Letzter am 01.09.2016 - 02:02 Uhr)