Six Organs Of Admittance - Ascent

Six Organs Of Admittance- Ascent

Drag City / Rough Trade
VÖ: 24.08.2012

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

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Wissenschaftler forschen gerade mit großem Eifer an großskaligen Manipulationen der Erde als Maßnahme gegen den Klimawandel. Große Spiegel, sogenannte Space Mirrors, sollen das Sonnenlicht reflektieren. Irgendwo dort könnten sie auch auf Ben Chasny und seine Six Organs Of Admittance treffen, der mit seinem Spacerock oftmals "Close to the sky" ist, so wie ein ausgefeilter Track benannt ist. Das passende Album hierzu heißt "Ascent" und ist ebenso konsequent in seiner Haltung wie der Vorgänger "Asleep on the floodplain". Es ist wieder einmal sehr mühsam, die Strukturen zu erkennen. Ein Prozess, der auf dem 13. Album unter dem Namen Six Organs Of Admittance nicht immer sehr spannend ist. Mit "Your ghost" befindet sich hier jedoch auch ein Song mit Struktur, Refrain und Wiedererkennungswert. Es ist erstaunlich, dass es Chasny gelingt, diesen einen melodiösen Quasi-Folksong zu offenbaren. Auf "Asleep on the floodplain" war es "Hold but let got", hier ist es dieser mit der tollen Zeile "I was your friend, I was your life, I was your ghost." Ansonsten wird viel angedeutet und recht wenig ausgesagt.

Für diesen meist erdabgewandten Sound mitverantwortlich zeichnen Comets On Fire, die live schon als Backing Band mitmischten und den Sound von "The sun awakens" prägten. So neu ist der Schritt somit nicht von den free- und freakfolkigen Gefilden zu den Tönen, die zu den Sternen greifen und gleichzeitig Spacemen 3 und Galaxie 500 einsammeln. Es ist dann auch kaum verwunderlich, dass "Ascent" mit einem wahren Sternensturminstrumental beginnt. "Waswasa" ist das Stück betitelt und läuft eher in der Kategorie gegniedelter Bluesrock, bevor es mit dem folgenden "Close to the sky" erst so richtig losgeht. Orientierung bietet er selbstredend kaum, doch mit seiner radioheadesken Performanz brilliert er ebendort: dem Himmel nahe. Die Frage, ob man dem Stück dann tatsächlich über sieben Minuten folgen will, stellt sich nicht weiter. Man wird in seinen Bann gezogen.

Die nächste halbe Stunde von "Ascent" zieht einen auch nicht wieder zurück auf die Erde. Irgendwas hält immer auf, sei es der sitarähnliche Sound zu "They called you near" oder das ein oder andere Gitarrensolo. Und der Übergang von akustisch auf elektrisch und wieder zurück funktioniert meist mühelos. "A thousand birds" ist sogar eine elektrische Adaption der eigenen Akustikversion, die auf "Dark noontide" von 2002 zu finden ist. Chasny liebt hier einfach die Konfrontation, ohne dass er hier einen bestimmten Weg verfolgt, geschweige denn ein erkennbares Ziel in Aussicht hat. Zum Abschied grüßt er dann mit seinen "Visions (from Io)", wobei Io der innerste der vier Monde des Jupiters ist. Chasny ist einfach manchmal unberechenbarer, als es verrückte Wissenschaftler je sein können.

(Carsten Rehbein)

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Highlights

  • Close to the sky
  • Your ghost

Tracklist

  1. Waswasa
  2. Close to the sky
  3. They called you near
  4. Solar ascent
  5. A thousand birds
  6. Your ghost
  7. Even if you knew
  8. Visions (from Io)

Gesamtspielzeit: 41:44 min.

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