Shadows Fall - Fire from the sky

Shadows Fall- Fire from the sky

Razor & Tie / Universal
VÖ: 17.08.2012

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 4/10

Bier mit Cornflakes

"Fire from the sky" ist das Allerletzte. Shadows Fall prophezeien und wollen das so: Gut 40 Minuten ist "Fire from the sky" ein Schmelztiegel vom Bay-Area-Thrash der 80er Jahre, klingt Sänger Brian Fair wie James Hetfield zu Zeiten von Metallicas besten Platten, spielen Shadows Fall das letzte Ständchen zur Apokalypse. Viel zum Feiern bleibt da nicht über, erst recht nicht für die Protagonisten, die Shadows Fall durch ihre Zeilen hetzen wie arme Hunde: Im Song "The unknown" kapituliert einer vor seiner Depression, auf dem meisten Rest der Platte reißen Shadows Fall die letzten Kalenderblätter vom Maya-Kalender und lassen die Welt schon vor Dezember 2012 endgültig absaufen. Fortsetzung scheinbar ausgeschlossen.

Kein Wunder, dass diese Platte dabei ironiefreie Zone bleibt: Mit dem Weltuntergang ist nicht zu spaßen. Humorlos spielen Shadows Fall ein letztes Mal die Erben einer Generation Metalmusik, die noch zu unchristlichen Zeiten im Nischenprogramm auf MTV auf Betriebstemperatur gelaufen ist. Den bockigen Groove in "Divide and conquer" brüllen sie eine Strophe lang nieder, lassen in der Bridge eine Sologitarre aufkreischen wie Teeniemädchen in Horrorfilmen - und schwenken dann um in ein eingängiges Hook von der Sorte, die schon Monsters-Of-Rock-Festivals ganz wuschig gemacht haben. Und wenn Shadows Fall in "The wasteland" ihren Schlagzeuger Jason Bittner von der Leine lassen und dazu zwischendurch grunzen wie weiland Chris Barnes (Cannibal Corpse, Six Feet Under), haben sie auch die Kerle im Griff. Diejenigen, die morgens zu Bier mit Cornflakes durchstarten und nachts vor vier erst gar nicht mehr ins Bett gehen.

Keine Frage: Mindestens auf dem Papier müsste "Fire from the sky" in der Summe ein Riesenbrett sein. Trotz schlechtem Ende eine Win-Win-Platte, die für jede Zielgruppe etwas bietet, die je von Marktanalysten großer Plattenfirmen definiert wurde. Dennoch knallt "Fire from the sky" nicht ganz so, wie etwa die beiden letzten Platten von Machine Head. Das hat zwei Gründe: "Fire from the sky" ist nie ganz weit weg davon, so abgesichert zu sein wie ein Bausparvertrag. Selbst das eingängs erwähnte "The unknown" kriegt immer pünktlich zum Refrain noch mal die Kurve zu berechnend wirkenden Frisösenmetal-Refrains, und die ausgedehnten Soloeinlagen mancher Gitarre stehen unter Generalverdacht zu selbstverliebtem Muckertum. Das ist noch kein Weltuntergang - aber ein Dämpfer.

(Sven Cadario)

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Highlights

  • Fire from the sky
  • Save your soul

Tracklist

  1. The unknown
  2. Divide and conquer
  3. Weight of the world
  4. Nothing remains
  5. Fire from the sky
  6. Save your soul
  7. Blind faith
  8. Lost within
  9. Walk the edge
  10. The wasteland
  11. Eternal life
  12. A death worth dying

Gesamtspielzeit: 58:41 min.

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