The Raveonettes - Observator

The Raveonettes- Observator

Beat Dies / Al!ve
VÖ: 14.09.2012

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Musiktherapie

Über zu wenig Material ihrer Lieblingsband können sich Fans der Raveonettes wahrlich nicht beschweren. Seit 2003 ihr Longplay-Debüt "Chain gang of love" erschien, veröffentlichte das dänische Duo um Sune Rose Wagner und Sharin Foo mit der Regelmäßigkeit eines Schweizer Uhrwerks alle zwei Jahre eine Platte. Gerade erst erfreute 2011 noch "Raven in the grave" alle Freunde des nostalgischen Sounds - da legen die beiden diesmal noch schneller nach als gewohnt nach: "Observator" ist ihr inzwischen sechstes Album. Wenn das mal kein Schnellschuss ist. Allerdings ein hochwertiger.

Die Inspiration für die neuen Songs holte sich Wagner aus einer persönlichen Quelle: Im letzten Jahr verletzte er sich am Rücken, eine unangenehme Sache. Die Erfahrung, sich nur unter Schmerzen bewegen zu können und den eigenen Körper mehr und mehr zu verfluchen, traumatisierte ihn derart, dass er seiner Wahlheimat New York City auch den sprichwörtlichen Rücken zukehrte und an die Westküste reiste. "Observator" ist somit nach Angaben der Band ihr Los-Angeles-Album, und Wärme und Atmosphäre von La-La-Land wirkten sich positiv auf die Aufnahmen aus. Wie aus einer anderen Zeit herübergeweht klingt die erste Single "Observations", beinahe melodramatisch wirkt der Einsatz eines Klaviers, die energetischen Gitarren stoßen Richtung Sonne. Geradezu hypnotisch dagegen ist der Refrain von des von Foo gesungenen "The enemy", während "Downtown" noch am ehesten dem Noise-Sound der Anfangstage gerecht wird.

Eine derzeit oft und gern vorgetragene Hommage an die wieder aufblühenden sechziger Jahre ist der Opener "Young and cold", in dem die vermeintlichen Blumenkinder Wagner und Foo von der Akustikklampfe begleitet gegen einen kratzenden Unterton ansingen, der das Gefühl aus den guten alten Zeiten noch verstärkt. "Sinking with the sun", das das gerade mal neun Songs starke Album in der Mitte trennt, ist der Gegenentwurf zur entspannten Laune und rast hektisch in die zweite Hälfte von "Observator". Nachdem bei Wagner Depressionen festgestellt wurden und er seinen Lebensstil daraufhin komplett umstellte, ist das neue Werk sicher auch als eine Art Neuanfang anzusehen - oder als Befreiungsschlag. Das shoegazige Abschlussfeuerwerk "Till the end" kurz vorm Abflug nach New York lässt zumindest hoffen, dass der fast 40-Jährige seine Therapie weiter durchzieht - und auf so grandiose Art umsetzt.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • Observations
  • The enemy
  • Downtown
  • Till the end

Tracklist

  1. Young and cold
  2. Observations
  3. Curse the night
  4. The enemy
  5. Sinking with the sun
  6. She owns the streets
  7. Downtown
  8. You hit me (I'm down)
  9. Till the end

Gesamtspielzeit: 31:24 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
lego
2012-10-05 18:57:45 Uhr
ich konnte aber mit "lust lust lust" auch nur wenig anfangen. war mir zu lärmig.
musie
2012-10-05 08:27:41 Uhr
freu mich schon auf februar 13, wenn ich die ENDLICH mal live sehen werde. haben sich sehr eingenistet in ny...
Jeremy Pascal
2012-10-05 01:55:05 Uhr
Allein wegen "Somewhere In Texas" ist "Pretty In Black" ein Denkmal.
Bemerkenswert ist, dass das herrlich dichte "Lust Lust Lust" hier eine 05/10 bekommen hat, das jedoch eher lahme "In And Out Of Control" hingegen eine 08/10.
Nunja, Geschmäcker sind verschieden...
lego
2012-10-05 00:51:14 Uhr
also ich fand "raven in the grave" großartig. die neue scheibe ist ganz in ordnung, der letzte track gefällt mir am besten. nach wie vor bleibt "pretty in black" mein liebling.
Jeremy Pascal
2012-10-03 02:03:51 Uhr
Das Album ist trotz anfänglicher Bedenken verdammt toll.

1. Lust Lust Lust
2. Observators
3. Pretty In Black
4. Raven In The Grave
5. Chain Gang Of Love
6. In And Out Of Control

Ich kann es kaum erwarten, die endlich im Dezember live zu sehen...
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