The Gathering - Disclosure

The Gathering- Disclosure

Psychonaut / Soulfood
VÖ: 07.09.2012

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Schattenspiele

Natürlich hätte es vorher klar sein müssen: Niemand hätte wirklich ernsthaft erwarten dürfen, dass der Ausstieg ihrer alles überstrahlenden Frontfrau Anneke van Giersbergen spurlos an The Gathering vorübergehen würde. Und so wirkte "The west pole", das erste Album mit der Norwegerin Silje Wergeland am Mikro, über weite Strecken derart verunsichert und orientierungslos, dass der Abstieg in die musikalische Bedeutungslosigkeit durchaus realistisch schien. Zumal Wergelands Gesang häufig wie eine Giersbergen-Kopie anmutete, nur ohne deren Charisma. Einiger Anlass für Skepsis also.

Die nach wenigen Sekunden wie weggeblasen sind. Denn so federleicht-fluffig, so wenig verkopft wie beim Opener "Paper waves" waren The Gathering in der jüngeren Vergangenheit selten zu erleben. Grund genug, um beim folgenden "Meltdown" einmal so richtig die Sau herauszulassen. Diese wilde Mischung aus treibenden Beats, Bläsern und düsteren Riffs will erst einmal koordiniert sein - den Niederländern gelingt es offenbar mühelos.

So richtig brillant, als habe es die Veränderungen im Bandgefüge nie gegeben, wird es jedoch bei "Heroes for ghosts". Zunächst zitiert der Song dezent "How to measure a planet?" und baut dann einen faszinierenden Spannungsbogen von melancholisch-balladesken Sounds über wabernde Ambient-Klänge auf, der in einem treibenden Rocker kulminiert. Zum ersten Mal seit 2007 vermisst der Hörer Anneke van Giersbergen keine Sekunde, sondern lässt sich von diesem elf Minuten langen Meisterstück einfach mitreißen.

Ähnlich gelagert und nicht weniger bravourös ist "I can see four miles", das nach ätherischem Beginn zu einem wahren Postrock-Ungetüm mutiert - ein fantastischer Trip durch die Genres, einzigartig zusammengefügt, ohne zu einer unverdaulichen Mixtur zu verkommen. Wenn es hier Schwächen gibt, dann allenfalls die flankierenden Balladen "Missing seasons" und "Gemini II", die sich vergleichsweise allzu leicht der Aufmerksamkeit entziehen können. Dennoch zeigt "Disclosure" The Gathering von einer Seite, die man lange nicht mehr gehört hat: gleichzeitig zielstrebig und stilistisch vielfältig - und mit einer Sängerin, die endgültig aus dem Schatten ihrer übergroßen Vorgängerin herausgetreten ist.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Paper waves
  • Heroes for ghosts
  • I can see four miles

Tracklist

  1. Paper waves
  2. Meltdown
  3. Paralized
  4. Heroes for ghosts
  5. Gemini I
  6. Missing seasons
  7. I can see four miles
  8. Gemini II

Gesamtspielzeit: 53:39 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Blauwal inner Referenzellipsoid
2012-09-12 20:35:35 Uhr
Mir gefällt das Album richtig gut, ist auf jeden Fall eine positive Überraschung 2012 und ne gute 8/10.
Mazzel Arm-Ranunkel
2012-08-27 14:35:09 Uhr
Ein prototypischer The-Gathering-song, der Wechsel der Sängerin fällt (fast) nicht auf.
hfg
2012-08-27 13:56:57 Uhr
http://www.youtube.com/watch?v=6m-zhD8Qh9w
!!!
2012-08-22 15:29:22 Uhr
http://thegathering.bandcamp.com/
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