Black Moth - The killing jar

Black Moth- The killing jar

Newheavysounds / Cargo
VÖ: 18.05.2012

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Langsame Revolution

Ein einstmals unbewegtes, ja geradezu monolithisch die Zeiten überdauerndes Genre bekommt langsam Momentum. Für manchen Jeansjackenträger, der morgens zu Saint Vitus' "Born too late" aufwacht und abends mit Candlemass' "Epicus doomicus metallicus" ins Bett geht, ist das der Untergang des Abendlandes. Alle anderen dürfen sich über die Revolution im Doom Metal freuen. Selten erschienen so viele Platten, die dem Genre im besten Sinne mal so richtig in den Hintern treten. Dabei muss es ja nicht überall gleich so progressiv sein wie bei Baroness oder so poppig wie bei Torche.

Black Moth haben eine etwas konservativere Herangehensweise. Hauptsächlich drücken sie in schöner Regelmäßigkeit das Gaspedal ordentlich durch, ohne den schweren schleppenden Doom-Sound zu verlieren, der "The killing jar" über knapp 40 Minuten lang durch den Dreck schleift. Bass und Schlagzeug grooven sich in den kompakten Songs in kürzester Zeit ein, und die heruntergestimmten Gitarren tragen ihren Teil dazu bei, dass Black Moth im Minutentakt zwischen Motörhead und Black Sabbath hin- und herschwingen, aber trotzdem klingen wie aus diesem Jahrtausend.

Die Verehrung alter Helden sei der Band aber gegönnt, denn es handelt sich dabei eindeutig um eine inspirierende Beziehung und keine rückwärtsgewandte Abhängigkeit. Gleich der unbeschwert durchgeknüppelte Opener "The articulate dead" bleibt dank der teils betörenden und teils abgebrühten Stimme von Sängerin Harriet Bevan sofort im Ohr. Die klaren Vocals tragen dazu bei, dass "The killing jar" sowohl in den punkrockigeren, schnelleren Momenten als auch während der zäh dahinfließenden Doom-Blaupausen wie "Banished but blameless" oder dem abschließenden "Honey lung" eine sehr zugängliche und dynamische Platte bleibt.

Anders als Christian Mistress schrauben Black Moth den Metal auch mal zurück, wenn es dem Song dient, zum Beispiel in dem trockenen Bluesrocker "The plague of our age". Ausflüge in Doom-typische Psychedelik oder Drone-Eskapaden unterlässt die Band konsequent und konzentriert sich auf ihren Kernbereich. Den eng gesteckten Rahmen füllt die Band aber dafür umso geschickter aus, wenn sich auf engstem Raum wahnsinnige Abfahrten an kleine Melodiekunststücke und schwer rockende Refrains aneinanderreiben. Bewegungstherapie geglückt.

(Maik Maerten)

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Highlights

  • The articulate dead
  • The plague of our age
  • Land of the sky

Tracklist

  1. The articulate dead
  2. Blackbirds fall
  3. Banished but blameless
  4. Spit out your teeth
  5. Plague of our age
  6. Chicken shit
  7. Blind faith
  8. Plastic blaze
  9. Land of the sky
  10. Honey lung

Gesamtspielzeit: 38:26 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Strix
2012-08-26 22:27:26 Uhr
Stimmt, und die Frau hat wirklich eine klasse Stimmer
Schwarzer Lappen
2012-08-26 17:08:11 Uhr
Ist übrigens ziemlich geil. Viel besser, als es seine unscheinbare 7/10-Bewertung vermiteln will. Ich wollts nur gesagt haben.
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