Versus The World - Drink. Sing. Live. Love.

Versus The World- Drink. Sing. Live. Love.

Concrete Jungle / Edel
VÖ: 03.08.2012

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Lizenz zum Fühlen

Am Ende vergisst er sogar das Luftholen. Man sieht Donald Spence förmlich dunkelrot und lilablassblau anlaufen, während er außer Puste gerät und japst, doch es ist ihm wichtig. "Come drink with me! / Sing with me! Live with me! Love with me! / Drink with me! / Sing with me! / Live with me! / Love!", keucht er rund eine Minute vor Ende der Platte. Und kurz davor schon: "When we've run out of map and we fall off the face of the Earth / We can embrace the ether and whisper / We were alive." Das sind Momente wie in ein Poesiealbum geschrieben: Nutze jeden Tag, als ob es Dein letzter wäre. Und singe jede Textzeile, als ob es Deine einzige wäre und Du alles auf einmal damit ausdrücken müsstest. Wie der Mops im Haberstroh.

Drei, vier dieser übergroßen Augenblicke gibt es auf "Drink. Sing. Live. Love." Sicher auch noch das Killer-Solo in "In fear of finale" und wie Spence die vielen "Why"s darin singt. Doch das zweite Album der Kalifornier ist vor allem eines: eine Dreiviertelstunde wie aus einem Guss. Versus The World jagen nicht den schnellen Höhepunkt, sie stolpern stattdessen unterwegs immer wieder drüber, stehen auf und machen dann weiter, immer weiter. Die vier haben eine Art Special Force gegründet, mit der Lizenz zum Fühlen. Da darf nicht jeder mitmachen. Voraussetzung ist vielleicht, schon in mindestens einer Band von Bedeutung gespielt zu haben. In den Lebensläufen der Bandmitglieder stehen The Ataris, Lagwagon und Crooks And Liars. Ein Hauch von Supergroup.

Versus The World klingen wie The Gaslight Anthem oder Alkaline Trio, als sie noch frisch waren. Ab und an wie Boysetsfire oder Thursday. Oder wie Emo, als es noch nur ein seltsamer Begriff und noch keine Beleidigung war. Mit etwas Geschrei und ein paar Metal-Soli, mit nichts Unerhörtem, aber viel Hörenswertem. Trinkt mit ihnen, singt mit ihnen, lebt mit ihnen, liebt mit ihnen. Mag sein, dass woanders die Stimme prägnanter ist oder die Hits größer. Aber "Drink. Sing. Live. Love." ist das vielleicht rundeste Genre-Album seit langem, ohne eine schlechte Minute, vom Anfang bis zum atemlosen Ende. Bringt dem Mann ein Sauerstoffzelt!

(Armin Linder)

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Highlights

  • She sang the blues
  • In fear of finale
  • We were alive

Tracklist

  1. She sang the blues
  2. Mason Grace
  3. A fond farewell
  4. The kids are fucked
  5. Lullabye
  6. These bones
  7. A love song for Amsterdam
  8. Crooks & liars
  9. Oh brother, where art thou
  10. In fear of finale
  11. Donner pass
  12. Angry febuary
  13. We were alive

Gesamtspielzeit: 44:06 min.

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