Electric Guest - Mondo

Electric Guest- Mondo

Because / Warner
VÖ: 18.05.2012

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Zum Selberbauen

Hier könnte Ihre Rezension stehen. Eine brennende Lobeshymne auf "Mondo" mit begeisterten Satzkonstruktionen und tollen Neologismen, die nur noch niemand gefunden hatte, da zuvor auch noch niemandem Musik von Electric Guest ans Ohr gedrungen war. Und überhaupt produziert auf dieser Platte ja Danger Mouse, dieser Knilch, der Gnarls Barkley, MF Doom, Norah Jones und Jack White als Referenzen auffahren kann. Geht es für das Debüt eines zuvor kaum bekannten Duos besser? Das kann einfach nur gut sein - es muss. Oder müsste. Doch während sich eine Reihe von Magazinen wieder mit Lob überschlagen für dieses Album, wandert "Mondo" schnell auf den erledigten Stapel. Dabei mischen Asa Taccone und Matthew Compton alias Cornbread munter im Töpfchen mit und panschen Pop, Soul, R'n'B und jedes andere Genre zusammen, das einem bei so einem Text einfallen könnte.

Im Mittelteil braucht es dann eigentlich nicht viel. Ein paar Songbeschreibungen, das ist nicht sonderlich schwer. Die süffige Süße von "Troubleman" alleine wäre vielleicht einen Absatz wert. Aber nicht alleine Piano und Orgel sorgen dafür, sondern vor allem der Gesang. Da bietet sich ein Bogen zu "Under the gun" an, der quasi das Muster für einen Großteil von "Mondo" vorgibt. Vielleicht noch "Amber" mit reinnehmen. Der Song bietet so gesehen zwar auch nichts Neues - weder auf diesem Album noch in der Musikgeschichte. Aber mit ein paar Bildern von Sommer, Balkonen, hübschen Mädchen und Bionade lässt sich halt eine stimmige Atmosphäre zeichnen, der niemand widerstehen kann. Jahreszeiten ziehen eben immer. Noch heute schneit es einem ins Hirn, wenn Sigur Rós im Frühling aus den Boxen kommen. Vielleicht noch ein Zitat eines Philosophen oder Intellektuellen einflechten. Für "Waves" eignet sich sicherlich Plato - möglichst hochtrabend, keine Scheu. So wird auch dem letzten Ignoranten klar, dass "Mondo" ein total tiefgehendes und schlaues Album ist.

Vielleicht wäre am Ende Kritik angebracht, die aber eigentlich keine ist, eine dieser Personalgesprächslügen. Eigentlich zu verspielt, aber gerade dadurch sympathisch, weil der Ehrgeiz die größte Schwäche ist. Vergleiche sparen Sie sich besser - die sind unnötig wie aufblasbare Schwimmsessel. Lieber noch ein wenig auf "Control" und seiner Orgel herumreiten. Witze sind auch für die letzten Meter nichts. Musik ist schließlich ein ernstes Thema. Keine Späße, außer Sie heißen Gerhardt mit Nachnamen. Lieber noch ein wenig fabulieren, wie Sie sich zum Depp gemacht haben, als Sie zum Album durch das Wohnzimmer getanzt sind. Haben Sie natürlich nie. Kommt aber besser und ist wieder so ein tolles Bild: herumsitzen und vom Tanzen schreiben. Einfach aufstehen und es tun ist nicht drin. Da bestünde ja die Gefahr, etwas zu riskieren. Aber Electric Guest gehen ja auch auf Nummer sicher. Also: Alles richtig gemacht. Zumindest auf dem Papier.

(Björn Bischoff)

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Highlights

  • Under the gun

Tracklist

  1. Holes
  2. This head I hold
  3. Under the gun
  4. Awake
  5. Amber
  6. The bait
  7. Waves
  8. Troubleman
  9. American daydream
  10. Control

Gesamtspielzeit: 38:18 min.

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