Twin Shadow - Confess

Twin Shadow- Confess

4AD / Beggars / Indigo
VÖ: 06.07.2012

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Früher war alles genauso

Nicht einmal ganz zwei Jahre ist es her, dass George Lewis, jr. unter dem Namen Twin Shadow erstmals versuchte, die Musiklandschaft umzukrempeln. Mit seinem synthiegeladenen Mix aus Pop, R'n'B und New Wave holte er die achtziger Jahre zurück in die Gegenwart, und die elf Songs seines Debütalbums "Forget" wurden nicht nur allerorten bestaunt, während er den gesamten Globus live beschallte. Nein, es sollte auch überaus positive Kritiken hageln, was die Arbeit am Nachfolger "Confess" gleichermaßen entspannt und verzwickt machte. Nach seiner Zusammenarbeit mit Grizzly Bears Chris Taylor in Form des ziemlich untergegangenen Projektes Cant gibt es nun also wieder Twin Shadow solo. Wenn etwas beim ersten Mal gut geklappt hat, besteht nämlich wenig Anlass, es beim zweiten Mal wesentlich zu ändern.

Tatsache ist, dass "Confess" sich musikalisch kaum vom Vorgänger unterscheidet, stellenweise sogar gleich klingt. Abgesehen von der etwas cleaneren Produktion und den diesmal etwas tiefergehenden Lyrics bleibt Lewis seinem alten Schema treu. Laut eigener Aussage entstanden die Songs, nachdem er sich von einem Motorradunfall erholte, den wie in Zeitlupe empfunden haben will. Dieses Gefühl transportiert vor allem der Opener "Golden light", der wie ein Herzschlag beginnt und sich erst nach rund einer Minute in einen ausgewachsenen Synthie-Brecher verwandelt, den nicht mal der eigentlich traurige Text wieder auf den Boden der Tatsachen zu holen vermag. Auf "Confess" dreht sich nämlich im Grunde alles um die Liebe - und die ist nicht immer schön.

Weiter zurück in die Vergangenheit zieht es auch "When the movie's over", bei dem melancholische Atmosphäre und Lewis' sehnsüchtiger Gesang über die gewöhnungsbedürftige Instrumentierung hinweghelfen, während "I don't care" mit Jennifer-Rush-Charme zu punkten versucht und als einziger Song irgendwo zwischen Egalien und Irrelevantien verpufft. Es soll eine Ausnahme bleiben: Gerade die erste Single "Five seconds" verdeutlicht, wie gut Twin Shadow nicht nur war, sondern natürlich immer noch ist, und mit Stromgitarren haben auch die Achtziger schon funktioniert. "I don't know why / But I'm trying to make you cry / Five seconds in your heart / Straight to your heart" singt Lewis und lässt den Synthie-Rocker raushängen - ein Gewand, das sicher auch den anderen Songs gut gestanden hätte. Sei's drum: Stücke wie das R'n'B-lastige "The one", das Prince stolz machen würde, oder das Abschlussfeuerwerk von "Be mine tonight" wirken auch mit der alten Rezeptur. Alt heißt nicht immer besser, aber eben auch nicht schlechter.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • Golden light
  • Five seconds
  • The one
  • Be mine tonight

Tracklist

  1. Golden light
  2. You call me on
  3. Five seconds
  4. Run my heart
  5. The one
  6. Beg for the night
  7. Patient
  8. When the movie's over
  9. I don't care
  10. Be mine tonight

Gesamtspielzeit: 41:29 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
ich
2016-04-28 11:50:32 Uhr
habe selten so eine gute 80er-hommage gehört, wie dieses album. ist zwar ein anderes genre, aber hieran sollte sich der herr drangsal mal ein beispiel nehmen...

MopedTobias

Postings: 12426

Registriert seit 10.09.2013

2016-04-28 09:37:17 Uhr
Du könntest auch gleich zum Debüt greifen, das ist nämlich besser :p
Kappe
2016-04-28 09:26:55 Uhr
Könnte ich mal wieder hören. ^^
Scheusal
2016-04-28 03:51:04 Uhr
Großartiger 80er-Vibe!

2012-09-21 10:51:36 Uhr
wie ich gerade in einem thread gesehen habe: der herr ding scheint ja auch auf diesen retropop-müll zu stehen...irrrgh!
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