Bertrand Burgalat - The genius of

Bertrand Burgalat- The genius of

Bungalow
VÖ: 31.07.2000

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Die hohe Kunst des Chill-Out

Bertrand Burgalat? Nie gehört! Das ist wohl die Reaktion der meisten Hörer, wenn sie das erste Mal auf den fränzosischen Soundguru stoßen. Dabei ist es gar nicht so unwahrscheinlich, daß man sehr wohl den ein oder anderen Song kennt. Der Mann ist nämlich Produzent und zwar nicht irgendeiner, sondern der wohl meistgfragte Produzent der französischen Easy-Listening-Szene. "The genius of" stellt nun auch auch kein reguläres Album, sondern eine Ansammlung besonders gelungener Kooperationen mit anderen Musikern dar. Fast 80 Minuten lang beweist Burgalat, warum er zum Besten gehört, was die Szene zu bieten hat. Unglaublich weich und smooth tröpfelt der Sound aus den Boxen, keilt sich in den Gehörgängen fest und verläßt diese nicht eher wieder, bis man so relaxt ist, daß der Herzschlag aussetzt.

Compilations haben oft das Problem, daß neben einzelnen herausragenden Stücken viele Lückenfüller den Spaß verderben. Anders hier: Wenn auch das Album extrem abwechslungsreich ist, sind keine Ausfälle zu verzeichnen. Burgalats Art zu produzieren zieht sich wie ein roter Faden durch das Album. Die jeweiligen Bands haben aber genug Spielraum ihre Ideen zu verwirklichen. Stücke wie das überragende, leicht rockige "Maybe in the next life" von Cinnamon stehen neben reinen Instrumentals wie "Quarapicho" von Burgalat persönlich. Wer Bands wie Air schätzt wird auf der Stelle vom großartigen Synthesizer-Sound begeistert sein, der warm über allen Stücken liegt und die Platte zu einem psychelischen Erlebnis werden läßt. Nick Cave und Air sind zwar die einzigen Bands, die einem größeren Publikum bekannt sein dürften, aber jeder Freund von Chill-Out-Musik beginnend bei Trip-Hop über Drum'n'Bass bis hin zu Easy Listening dürfte nach dem ersten Hördurchgang dem Sound verfallen sein. Auch Freunde der Antwerpener Szene um dEUS und Zita Swoon werden sich schnell mit dem Klängen der Platte anfreunden.

Eine weitere gute Nachricht ist, daß dieses langersehnte Debüt Burgalats nicht das einzige Tondokument von ihm in diesem Jahr sein dürfte. Ein "reguläres" Album ist für Ende des Jahres angekündigt und wenn ich bis dahin nicht vollständig in anderen Sphären schwebe, verspreche ich, am Tag vor der VÖ vor dem Plattenladen zu übernachten. "The genius of" wird mich dabei wärmen. Pilgert auch ihr in Scharen zum Plattenladen, holt euch diesen Traum einer Platte und werdet glücklich.

(Thorsten Thiel)

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Highlights

  • Maybe in the next life (Cinnamon)
  • Quarpicho
  • Pink Elephants (Mick Harvey)

Tracklist

  1. Au sommaire tricatel (Super Maria)
  2. He took her to a movie (Ladytron)
  3. Him (Moderato)
  4. Quarappicho
  5. Kim
  6. Sexy boy (Air)
  7. Maybe in the next life (Cinnamon)
  8. Sugar (April March)
  9. Jour J (Etienne Charry)
  10. Jalouies et tomettes
  11. Endormez-vous (Louis Philip)
  12. Positive ID (Renegade Soundwave)
  13. Celibataries (Michael Houellebecq)
  14. Automatic vibrations (Richie Thomas)
  15. Nuages (Toby Dammit)
  16. Juliet 66 (Julien Baer)
  17. Pink Elephants (Mick Harvey)
  18. Partir Revenir (Ollano)
  19. Goodbye Marilou (Nick Cave)

Gesamtspielzeit: 79:28 min.

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