Motion City Soundtrack - Go

Motion City Soundtrack- Go

Epitaph / Indigo
VÖ: 08.06.2012

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 3/10

Alles in Reihe

Einmal ehrlich: Wer würde Motion City Soundtrack erkennen, wenn etwas im Radio liefe? Es könnten doch genauso gut The All-American Rejects, Plain White T's und manchmal sogar Jimmy Eat World sein, Alleinstellungsmerkmal gen Null. Was aus marktwirtschaftlicher Sicht eigentlich nach hinten losgehen müsste, funktioniert im Pop jedoch weiterhin so gut, dass eine in Deutschland weitestgehend unbekannte Band wie Motion City Soundtrack mit "Go" ihr bereits fünftes Studioalbum veröffentlichen kann. In den Staaten verkauft sich dieser handelsübliche Power-Punk-Pop US-amerikanischer Prägung immer noch wie geschnitten Brot. Doch zum Glück beweisen die Herren um Frontmann Justin Pierre weiterhin mehr Herz und Spielfreude als viele Genrekollegen.

Obwohl die Band nun auch schon 15 Jahre auf dem Buckel hat, ist sie weit davon entfernt, es ruhiger angehen zu lassen. Die meisten Songs auf "Go" sind schnörkellose Uptempo-Nummern, die die weichen Melodeien nicht meiden und im Radio sicher nett anzuhören sind. Dazwischen finden sich ein paar entschleunigtere Stücke und obendrauf fliegen einem mit "The worst is yet to come" und "Timelines" die großen Gesten für das Stadion um die Ohren. Die Refrains und Melodien werden zwar bis zur Grenze aufgepusht, aber auch dieses eher dünne Eis meistern Motion City Soundtrack, ohne dabei größere Ausfälle zu beklagen. Das kann nicht jeder der Genrekollegen von sich behaupten.

Balladeskes hat die Band natürlich auch noch auf dem Kasten, rührt mit dem heiteren und sehr wahren Titel "Everyone will die" zu Tränen und fährt die Geigen und Percussion groß auf. Der Song ist dabei aber gar kein Abgesang auf das Leben, sondern ein Hohelied auf die Liebe: "If everyone will die / And everyone will lose / Then who you going to love in the meantime before it catches you?" Wer mit den früheren Alben von Motion City Soundtrack vertraut ist, wird sich wahrscheinlich wundern, warum hier alles noch glatter und gefälliger geworden ist. Tja, "Go" ist halt auch nur logische Konsequenz der Entwicklung dieser Band über die letzten zehn Jahre. Und passt damit nicht nur ganz genau in die Diskographie der Jungs aus Minnesota, sondern eben auch in den Hörfunk. No alarms and no surprises.

(Kai Wehmeier)

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Highlights

  • Circuits and wires

Tracklist

  1. Circuits and wires
  2. True romance
  3. Son of a gun
  4. Timelines
  5. Everyone will die
  6. The coma kid
  7. Box elder
  8. The worst is yet to come
  9. Bad idea
  10. Happy anniversary
  11. Floating down the river

Gesamtspielzeit: 38:07 min.

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