King Cannons - The brightest light

King Cannons- The brightest light

Capitol / EMI
VÖ: 22.06.2012

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Männliche Intuition

Die Straße im Blick und Jack Kerouac im Sinn: King Cannons aus Melbourne kennen den Duft der Freiheit und liefern auf ihrem Debütalbum kurzerhand den idealen Soundtrack dazu. In dieser energiegeladenen, sonnengefluteten Musik trifft zusammen, was Unterhemd, Blue Jeans und Zigarette im Mundwinkel trägt. King Cannons klingen nach dem Bruce Springsteen am Ende der Siebziger, nach "Combat rock" von The Clash und nach einer romantischen Version von The Jam. Zu Songs wie "Ride again" und "Too young" streckt man die Faust zum Himmel und fühlt sich wie Chris Chambers in "Stand by me": In "The brightest light" steckt alles drin, was einen guten Sommer ausmacht.

Die passende Geschichte gibt's auch noch dazu: Jahrelang zog Sänger Luke Yeoward mit einer akustischen Gitarre durch die Straßen Australiens, orientierte sich an dem Punkrock der Engländer. Irgendwann hörte er The Clash, sah sich eines Abends eine Dokumentation über Joe Strummer an, und der Himmel öffnete sich: "Es war wie eine Botschaft, die mir sagen wollte: Du kannst etwas Neues anfangen und Du selbst sein." Schenkt man dem Mythos Glauben, so wurde das Sextett King Cannons noch in dieser Nacht gegründet. Und die Wucht und der Soul sprechen die Sprache der Intuition. Dieser Band glaubt man alles.

Los geht das mit einem offenen Akkord und einer hinreißenden Melodie. Handclaps, ein paar Trommeln, ein Schellenkranz und eine Rock'n'Roll-Gitarre sind das Handwerkszeug. "Stand right up" hat so viel Pomade im Haar, dass die Füße von selbst den Twist tanzen. Irgendwo im butterweichen "Call for help" hört man dann den Afrobeat von Paul Simon und weiß: Diese Band macht nichts Neues, sie ist nicht besonders innovativ, aber sie macht so vieles richtig und gut, dass man ihr den pathetischen "Nebraska"-Ripoff "Everyman's tale" gerne verzeiht.

Der Höhepunkt dieses fliegenden Debütalbums ist der traurige Sonnenuntergangsrock "Ride again", der mindestens "Born to run" im Sinn hat. Die Single "Too young" funktioniert mit seinem schneidigen Singalong-Refrain ebenso gut wie der Rausschmeißer "The last post". Zum Abschluss bleibt da standesgemäß der Kloß im Halse stecken. Mit King Cannons hat Australien eine Band, die das Zeug hat, mindestens Europa im Sturm zu nehmen. Mit dieser Energie im Rücken und dieser Packung Sonne im Gepäck dürfte das nur eine Frage der Zeit sein.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Too young
  • Call for help
  • Ride again

Tracklist

  1. Stand right up
  2. Too young
  3. The brightest light
  4. Too hot to handle
  5. Call for help
  6. Shot to kill
  7. Ride again
  8. Charlie O
  9. The cool change
  10. On our own
  11. Everyman's tale
  12. The last post

Gesamtspielzeit: 42:29 min.

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User Beitrag
expertenwissen
2012-07-13 18:12:24 Uhr
"Lücke zwischen Bruce Springsteen und The Gaslight Anthem"
huuuuaaaahhhh
Hans
2012-07-12 17:42:31 Uhr
Der Titelsong ist ja schon mal ein heisser Kandidat für den Song des Jahres. Tolles Album!
Andreas
2012-06-27 16:23:10 Uhr
... das ist doch mal 'ne nette Überrschung. Richtung ist treffend beschrieben; nix Schweres, macht aber Spaß!
antibazi
2012-06-20 18:56:46 Uhr
Sehr schönes Album, hier im Stream
http://soundcloud.com/theinsound/sets/king-cannons-the-brightest
Armin
2012-06-06 20:53:44 Uhr
Der Kollege fand aufs erste Ohr: schließt die kleine Lücke zwischen Bruce Springsteen und The Gaslight Anthem. Ich finde aufs erste Ohr: gefällt. Und klingt wie The Hold Steady.
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