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Motörhead - Hammered

Motörhead- Hammered

Steamhammer / SPV
VÖ: 08.04.2002

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Stone dead forever

Frank Z., Sänger von Abwärts, schildert in dem von Jürgen Teipel zusammengefaßten Interview-Buch "Verschwende Deine Jugend" eine Anekdote über Motörhead, die genau so anmutet, wie man sich als Betrachter das wilde Leben des Rock'n'Roll immer vorgestellt hat. Lemmy, Philthy Animal Taylor und ein paar Motörhead-Roadies treffen im Herbst 1979 in der Hamburger Markthalle auf eine Clique von 50 Rockabilly-Teds. Teds gegen Rocker - klar, das riecht nach einer deftigen Schlägerei. Beim Verhältnis von acht Mann gegen 50, bedarf es wohl auch keiner weiteren Erklärung, wer als Sieger aus diesem Fight herausgetreten ist: natürlich Motörhead.

Das Leben von Lemmy ist bestimmt eines der ereignisreichsten, die das sogenannte Musikbusiness zu bieten hat. Warum schreibt dieser Mann eigentlich keine Biographie? In drei Jahren wird er 60 Jahre alt; eigentlich wäre die Zeit dafür mehr als reif. Wer kann schon von sich behaupten, Drogendealer für Jimi Hendrix gewesen zu sein ("Ich brachte ihm 10 LSD-Trips, er nahm sieben und gab mir drei zurück - fairer Deal, oder?!"), um ein paar Jahre später genau wegen zuviel Drogen bei der Spacerock-Kapelle Hawkwind rauszufliegen? Das Schicksal schlägt schon komische Wogen. Denn - um jenes Motörhead-Schicksal und seinen Verwalter nochmal zu bemühen - wer hätte einst gedacht, daß Phil Campbell sich als Motörhead-Angestellter dreimal so lange halten würde wie Fast Eddie Clark und Philthy Animal Taylor zusammen? Richtig, das ist schon merkwürdig bis komisch.

Nun also eine neue Motörhead-Platte, die genauso daherkommt, wie man sich das vorstellt. Fast schon hätte man diese Rezension schreiben können, ohne auch nur einen einzigen Ton gehört zu haben. Elf Songs, ausgestattet mit Heavy-Riffs, tiefem Baß, Uptempo-Beats und der mahnenden Stimme des Teufels. All das wurde schon frischer, raffinierter und ausgetüftelter unter dem Trademark Motörhead abgeliefert. Das Ungewöhnlichste an dieser Platte ist von Lemmy gesprochene Hörspiel "Serial killer". Dieses sollte man vielleicht mal an jemanden wie DJ Food weiterleiten, damit der mal diese gebrochene Altmännerstimme mit einem gefährlichen Drum'n'Bass-Remix für ein Splatter-Movie unterlegt - würde sich echt anbieten.

Der Rock'n'Roll-Mythos, den Lemmy mit seiner Persönlichkeit ausstrahlt, überblendet schon zu lange sein eigenes schöpferische Können. Knallige Motörhead Alben hat es schon seit zehn Jahren nicht mehr gegeben. In einem regelmäßigen Turnus von ein bis zwei Jahren kommt halt ein neues Album, denn auch Musiker brauchen das Geld von der Plattenfirma für ihr tägliches Brot. Vergleiche zu anderen Helden der Heavy-Szene gibt es in Hülle und Fülle. Oder warum läßt sich der Kollege Ozzy Osbourne samt Familie sonst in Big Brother-Manier für MTV ablichten? Das Bargeld lacht, ist bestimmt keine schlimme Tatsache. Schlimm sind Kriege - um es mal mit Lemmys Worten auf eine Formel zu bringen.

(Peter Hesse)

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Highlights

  • Brave new world
  • Serial killer

Tracklist

  1. Walk a crooked mile
  2. Down the line
  3. Brave new world
  4. Voices from the war
  5. Mine all mine
  6. Shut your mouth
  7. Kill the world
  8. Dr. Love
  9. No remorse
  10. Red raw
  11. Serial killer

Gesamtspielzeit: 45:48 min.

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