Suis La Lune - Riala

Suis La Lune- Riala

Topshelf / Soulfood
VÖ: 25.05.2012

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Das Brutalstmögliche

Wie geht das, sich aufraffen, wenn alles schmerzt? Wie nur aufstehen in den Momenten größter Verletzlichkeit, wo all das bar jeder Vernunft scheint? Und dann noch vor die Menschen, rauf auf die Bühne, vor der sie stehen, mit dem Bier in der Hand und den leeren Gesichtern, die Dich ja doch nur sehen als Unterhalter, als Dienstleister, und sie nehmen, nehmen, nehmen. No Future? Dann geht es nur noch mit Zynismus, ganz allein, jeder gegen jeden. Wenn die Distanz also übergroß ist, wenn Dich nur Bitterkeit umtreibt und Du sie alle wegwünschst. Wie aber weiter machen, wenn man sich zur Hoffnung zwingt? Man könnte losschreien. Oder die Hand reichen.

Der zum Bersten intensive Screamo von Suis La Lune aus Schweden versucht sich in der Zerreißprobe, beides zu tun: in den Arm zu nehmen und die Zähne in den Hals des Anderen zu schlagen. "Riala" ist eine extreme Platte geworden, im Positiven wie im Negativen. Einerseits schleppt es sich augenscheinlich durch alle menschlichen Tiefen und nimmt dabei keinerlei Rücksicht aufs ohnehin zerschossene Ego. Suis La Lune bluten. Gleichsam aber kappen die Gitarren immer wieder die eigenen Hardcore-Wurzeln und spannen zerbrechliche Melodiebögen vor den sich aufhellenden Horizont. Ob es die Curesche Basslinie in "Stop motion" ist oder die Bläser in "Wishes & Hopes", die sich gegen das Stakkato stemmen - "Riala" gibt sich alle Mühe, nicht im Weltschmerz zu ertrinken. In den mächtigsten Momenten tun Suis La Lune dies gar auf Augenhöhe mit einer Band wie La Dispute.

Allein, so offen Suis La Lune auch in Richtung mancher 90er-Emo-Blaupause schauen, die etwas angestaubte Produktion schöpft die volle Wucht des Materials gewiss nicht aus. Wie das ungemein dichte "In confidence" im heftig drängenden Ausklang mit mehr produktionstechnischer Rückendeckung den Hörer erst hätte überrollen können, bleibt so nur zu erahnen. Es fehlt also nicht allzu viel, um den Borderlinepop von "Riala" neben die allerseits geliebten Szenengrößen aus den USA zu stellen. Womöglich ist dieser schonungslose Ritt nur der Anfang. "Why you don't believe me / When I tell you it's gonna be alright?" So heißt es dann irgendwann im Chor. Also wieder neu ansetzen, mit dem Hoffen und Bangen, Tag für Tag. Es wird besser werden.

(Nicklas Baschek)

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Highlights

  • Cornea
  • Wishes & hopes
  • In confidence
  • All that meant something

Tracklist

  1. Cornea
  2. Stop motion
  3. Wishes & hopes
  4. Hands are for helping
  5. In confidence
  6. Remorse
  7. All that meant something
  8. Riala
  9. Sense in a broken dialogue
  10. One and all, every bit

Gesamtspielzeit: 39:07 min.

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  • Suis La Lune (5 Beiträge / Letzter am 21.12.2013 - 14:19 Uhr)