The Jon Spencer Blues Explosion - Plastic fang

The Jon Spencer Blues Explosion- Plastic fang

Mute / Virgin
VÖ: 08.04.2002

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Annäherung an einen Bandnamen

Es gibt kaum einen Menschen, für den der Begriff "cool" besser zu passen scheint, als für Jon Spencer. Und kaum ein Bandname erscheint auf den ersten Blick so klar und simpel wie Blues Explosion. Trotzdem gab bei einer näheren Betrachtung von Jon Spencers Musik grade der Bezug zum Bandnamen immer wieder die größten Rätsel auf: Die Explosion war klar, aber kann Blues tatsächlich so "sophisticated" sein? So urban und krachig? Das muß doch die reine Ironie sein. Oder doch nicht?

Noch mehr Fragen warfen dann auch die experimentellen Eskapaden des Maestros auf. Was bitte haben Krachgewitter, Hiphop-Beats und ziemlich abseitige Remixes noch mit Blues zu tun? Mit "Plastic fang" wird so manche Antwort gegeben. Die Blues Explosion legt ein Album vor, das anderswo wohl die "Back to the roots!"-Rufe laut werden läßt. Klassische Trio-Instrumentierung, eine seltene Orgel, kratzige Verstärker und anscheinend kaputte Mikrophone. So nah am Blues und seinem Baby, dem Rock'n'Roll, war der Dreier aus New York schon lange nicht mehr. "Extra width" ist schließlich schon eine Weile her.

Die Unterschiede zu beispielsweise "Acme plus" sind trotzdem eher marginal, überraschenderweise scheint "Now I got worry" weiter entfernt zu liegen. Um diesen Sachverhalt zu verstehen, muß man sich die Entstehungssituation von "Plastic fang" vor Augen führen: Erstens waren (fast) keine Gäste an den neuen Songs beteiligt, zweitens waren alle Bandmitglieder nach einer längeren Pause und dem damit verbundenen Ausleben diverser musikalischer Abseitigkeiten wohl regelrecht ausgehungert und gierig auf Blues Explosion pur. Kein R.L. Burnside, keine Beatbox. Nur drei Mann und ihr ganz eigener Sound.

Dieser Sound ist so typisch wie unbeschreiblich. Cool, lässig, rotzig und mit dem unverwechselbaren "Twäng". Daß die alten Stones hier und da mal ganz leise anklingen, paßt gut ins Bild. Im direkten Vergleich zu älteren JSBX-Alben wirkt "Plastic fang" ein kleines bißchen ruhiger. Jon Spencer ist immer noch der "sexiest man alive", er muß es nur nicht mehr in jedem Song beweisen. Diese Band heißt Blues Explosion, und mit "Plastic fang" besteht auch kein Zweifel mehr, warum das so sein muß.

(Rüdiger Hofmann)

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Highlights

  • Sweet n sour
  • Killer wolf
  • Mother nature
  • Mean heart

Tracklist

  1. Sweet n sour
  2. She said
  3. Money rock'n'roll
  4. Killer wolf
  5. Tore up & broke
  6. Hold on
  7. Down in the beast
  8. Shakin' rock'n'roll tonight
  9. The midnight creep
  10. Over and over
  11. Mother nature
  12. Mean heart

Gesamtspielzeit: 47:24 min.

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