Sweet - New York connection

Sweet- New York connection

Sweet / H'art
VÖ: 27.04.2012

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Die Möbelhaus-Stars

Jetzt mal ehrlich: Wer von den älteren Semestern hier hat in den Siebzigern denn kein Poster von Suzi Quatro im Jungszimmer gehabt? Knallenges Leder, wissenschon ... Die Mädels hingegen hatten üblicherweise den Bravo-Starschnitt von Marc Bolan oder The Sweet in der Bude hängen. Richtig, Glamrock ist das Stichwort - schlechte Frisuren treffen noch schlechtere Klamotten mit Hosenschlag im Familienzelt-Format. Fakt ist aber leider auch, dass viele Helden früher Jugend ein Schicksal eint: Aufgrund damals üblicher diffuser Rechte ist die Kohle von einst längst verprasst, und der Kinderzimmer-Soundtrack fristet ein düsteres Dasein im ZDF-Fernsehgarten oder dümmlichen Chart-Retrospektiven mit pseudo-lustigem Kommentar. Mitklatschen inklusive.

Das ist bei Sweet nicht anders. Mal davon absehen, dass auf der stürmischen Reise durch diverse Namensrechts-Streitigkeiten irgendwann einmal das "The" verloren ging, gab es zeitweilig gleich drei Inkarnationen der Glamrock-Pioniere, wobei die Band ohnehin für nicht wenige mit dem Rauswurf von Frontsirene Brian Connolly endete. Dennoch, nachdem Gitarrist Andy Scott unverdrossen die Fahne hochgehalten hatte, verspürte er ganz offensichtlich das Bedürfnis, nach der gefühlten 1.537. Compilation ein anderes Lebenszeichen zu setzen.

Nun sind Cover-Alben nicht eben der Gipfel der Innovation, zumal von einer Band, die selbst mehr als genug Klassiker vorzuweisen hat. Aber "New York connection" beginnt durchaus flott, mit schmissigem Refrain bei "New York groove" oder knarzigem Riff zu "Gold on the ceiling". Mit dem Titelstück findet sich gar doch noch eine Eigenkomposition, nämlich die B-Seite der Single "Wig wam bam", nur neu eingespielt. Dann aber wird's finster. Denn wie oft wurde "Shapes of things" von den Yardbirds eigentlich schon gecovert? Auch die eingestreuten Anleihen an eigene Hits wie in diesem Fall "Fox on the run" können nichts an der Belanglosigkeit ändern.

Der Achtziger-Hauer "You spin me round"? Mit einem zahnlosen Riff lustlos heruntergeschrubbt, ebenso wie "Because the night". "Blitzkrieg bop" schläft im Vergleich zum Original fast ein, rettet sich aber mit der durchaus stimmig eingeflochtenen Hook von "Ballroom blitz". Und für das pseudo-moderne Geblubber von "Join together" müsste Pete Townsend (The Who) eigentlich Schadenersatz verlangen. Die Erklärung über die Existenzberechtigung dieser Platte bleibt Andy Scott weitgehend schuldig. Viel mehr noch, er tritt das ohnehin schon marode Denkmal einer seinerzeit bahnbrechenden Band final in den Staub. Traurig, dass die damals erfolgreichste Band des Glamrock, Vorbild für Bands wie Kiss, nur noch in der Liga der Möbelmarkteröffnung im friesischen Outback spielt.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • New York connection

Tracklist

  1. New York groove
  2. Gold on the ceiling
  3. All moving faster
  4. New York connection
  5. Shapes of things
  6. You spin me round
  7. Because the night
  8. Blitzkrieg bop
  9. Sweet Jane
  10. On Broadway
  11. Join together

Gesamtspielzeit: 41:38 min.

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