Gorillaz - G-Sides

Gorillaz- G-Sides

Chrysalis / EMI
VÖ: 02.04.2002

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Alles Banane

Es hat funktioniert. Alleine die Idee war schon so gaga, daß sie schon wieder gut sein mußte. Das wahnwitzige Experiment, als computeranimiertes pelziges Getier fröhlich musizierend die Welt zu erobern und die Erde in einen Planet der Affen zu verwandeln. Ohne Rücksicht auf Verluste und Gewohnheiten ließen vier renommierte Musiker - behaart bis unter die Zähne - die Sau raus, den Bär steppen und den Elch knutschen, um die Musikwelt in ein tierisches Tollhaus zu verwandeln. Und ganz nebenbei sprang mit "Clint Eastwood" ein Hit sowie mit "Gorillaz" ein Album heraus, das die Bande nicht nur auf ein XXL-Poster in der Bravo, sondern auch als Stammgäste in die Feuilletons dieser Welt brachte.

Und nachdem Groß und Klein es scheinbar einträchtig genossen haben, von den haarigen Gesellen das Fell über die Ohren gezogen zu bekommen, lag es offenbar nahe, ausgewählte G-Seiten der bisherigen Singles zu einer Compilation zu verwursten. Wobei Wurst im Gorillaz-Kontext bekanntlich als verpönt gilt und für Frontaffe 2D & Co kleine gelbe Staudenfrüchte viel eher die Welt rulen. Was ein echter Gorilla ist, schwört auf gelben Naturdarm mit Breifüllung. Entsprechend ließen sich die Gorillaz für die gesammelten Tracks auf "G-Sides" entweder vorhandene Bananen von Südfruchtexperten wie Soulchild geradebiegen oder schnitzten sich gleich neue. Was am Ende von der Palme plumpst, klingt zwar meist noch krummer, als man es von den Briten ohnehin kennt - doch wen stört das schon, wenn es sich genauso süßlich-exotisch aus der Schale pellt wie die bekannten Gorillaz-Früchte.

Neben einem unverschämt coolen Remix von "19-2000", einem fast genauso knackigen von "Clint Eastwood" sowie dem bereits bestens bekannten "Rock the house" bringen die kleinen grünbraunen Etwasse die Wände mit sieben weiteren Songs zum Wackeln, die nicht auf dem Debütalbum Platz gefunden haben. Die Gorillaz lassen einen die schwummrige "Faust" spüren und machen sich, ehe man sich versieht, mit dem "Ghost train" aus dem Staub. Vom nächsten Tierflughafen aus lassen sie sich vom "Hip albatross" über alle sieben Weltmeere in die swingende Südsee tragen, um dort als "Dracula" dem Paradies inmitten von Palmen, willigen Artgenossinen und natürlich Bananen zu frönen und sich die Sonne auf den Pelz brennen zu lassen. Der Rückflug ist bereits gebucht, und die Welt sollte schon mal ihre Finger auf die Alarmknöpfe legen. Godzilla war gestern, heute ist Gorillaz. Size doesn't matter.

(Armin Linder)

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Highlights

  • 19-2000 (Soulchild Remix)
  • Rock the house (Radio edit)
  • Ghost train

Tracklist

  1. 19-2000 (Soulchild remix)
  2. Dracula
  3. Rock the house (Radio edit)
  4. The sounder (Edit)
  5. Faust
  6. Clint Eastwood (Phi Life Cypher version)
  7. Ghost train
  8. Hip albatross
  9. Left hand suzuki method
  10. 12 D 3

Gesamtspielzeit: 37:18 min.

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