Eläkeläiset - Pahvische

Eläkeläiset- Pahvische

Humppa / Indigo
VÖ: 08.04.2002

Unsere Bewertung: Ohne Bewertung

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Fight for your right (To humppa)

Meine Fresse! Man läßt sie also immer noch frei herumlaufen, die vier irren Finnen. Es grenzt schon an ein Wunder, daß man den Humppa-Gesellen nicht längst die Instrumente weggenommen, sie in kleine weiße Jäckchen gezwängt und mit einem Faß Beruhigungswodka in eine Gummizelle gesteckt hat. Doch in Finnland ticken die Uhren bekanntlich anders. Und während Bands wie HIM, Amorphis oder Apocalyptica offenbar nur abgewunken haben, als im hohen Norden der Humor verteilt wurde, scheinen sich Eläkeläiset gleich zehnfach in die Schlange gestellt zu haben. Und beim elften Mal kopfüber in den Pott gefallen zu sein. Der auch mit Wodka gefüllt gewesen sein könnte.

Glaubt man dem Cover von "Pahvische", kommen Eläkeläiset nun mit schweren Geschützen über die verängstigte Menschheit. Mit Kettensäge, Bombe, Schrotflinte, Pistole und Schlagstock. Ihre wirkungsvolle Geheimwaffe offenbart sich jedoch erst, wenn man furchtlos die CD-Hülle öffnet und den Silberling wagemutig seiner Bestimmung zuführt. Die Polka-Pistole ist geladen, die Finger der Finnen am Abzug. Und sie wollen uns alle humppringen. Rette sich, wer kann!

Doch nach dem ersten Streifschuß fällt das Wegrennen schwer, und Eläkeläiset feuern gleich 15 Geschosse hinterher. Und da es sich ab einem gewissen Promillepegel bekanntlich schwerlich eigene Songs schreiben läßt, vergreifen sich die Finnen dafür immer noch ungebeten an fremden. Und sie kennen keine Gnade. Die Landsmänner von The Crash, The Rasmus, The 69 Eyes, 22 Pistepirkko und HIM bekommen ebenso ihr Fett weg wie internationale Heavy-Metal-Größen wie Scooter und Pet Shop Boys sowie Techno-Newcomer Marke Iron Maiden, Slade und Rainbow. Und kurz bevor sich die ehrenwerte Cher selbst zerlegt, fangen Eläkeläiset schon mal mit einem ihrer Songs an und nehmen ihr "Believe" als "Humppauskonto" auseinander.

Und auch wenn Eläkeläiset ihren immergleichen Polka-Witz nun schon zum mindestens zehnten Mal (wieviele Alben es genau waren, weiß keiner, die debile Band wohl am allerwenigsten) erzählen, fließen immer noch genauso oft Lachtränen wie bei "Humpan kunikaan hovissa 1994-95" (siehe auch zur Geschichte des Humppa) und den ungezählten Vorgängern. Auf Rekordmaße wächst die Lache an, wenn sie sich in geistiger Humppnachtung getreu Harpos "Moviestar" selbst als "Humpastara" besingen, das im Original schon alberne "F-F-F-Falling" von The Rasmus zu "B-B-B-Bingohon" wiederkäuen oder bei ihrer Scooter-Neuinterpretation die Schweineorgel mächtig hardcore wummern lassen. Und dabei in hinreißend romantischen Texten versinken, die da lauten: "Nailonpaidan selkämykset höyryää / Orkka lavalla hurjasti möyryää" oder "Iltahämärissä pasteeraa teinitiskojen laitamilla". Was das heißt? Keine Ahnung.

(Armin Linder)

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Highlights

  • Kiitokset humpasta
  • Bingohon
  • Humppastara

Tracklist

  1. Kiitokset humpasta
  2. Hanurissa Arja
  3. Kuuma Humppa
  4. Humppanautinto
  5. Jenkkapolkkahumppa
  6. Päivätanssit
  7. Humpataan, jumalauta
  8. Miksei täällä humppa soi
  9. Ranttalihumppa
  10. Sukellan humppaan
  11. B-B-B-Bingohon
  12. Kiikkustuolissa
  13. Humpalle vaan
  14. Humppastara
  15. Humppauskonto
  16. Humppaviritys

Gesamtspielzeit: 73:46 min.

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