The Hives - Lex Hives

The Hives- Lex Hives

Columbia / Sony
VÖ: 01.06.2012

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Gesetz ist Gesetz

Manche Dinge werden sich nie ändern. Beispielsweise das Reimschema in den Texten von Dieter Bohlen, wo konsequent "night" auf "tight" und "you" auf "true" gereimt wird. Ebenso unveränderlich ist die Tatsache, dass The Hives sich viel Zeit beim Schreiben neuer Musik lassen. Viereinhalb Jahre liegt die Veröffentlichung von "The black and white album" zurück - eine Zeitspanne, in der im Schnitt zweieinhalb Promi-Ehen geschlossen und wieder geschieden werden. Immer wieder staunt man über die Diskrepanz zwischen dem wahnwitzig schnellen und schweißtreibenden Hives-Arbeitstempo auf der Bühne und der gemütlich-gediegenen Geschwindigkeit abseits der Bühne. Was die Schweden ebenfalls beibehalten haben, ist der gesunde Größenwahn. Wo sie sich einst mit dem "Tyrannosaurus" verglichen, postulieren Pelle Almqvist und Kollegen nun einfach mal so ihre eigene Gesetzgebung: Die "Lex Hives".

Wie dieses Regelwerk im Einzelnen aussieht, versteht sich von selbst: Laut, krachend, überdreht und doch einem hüfteschwingenden Groove niemals abgeneigt. The Hives haben sich nach dem experimentellen Vorgänger wieder auf ihre alten Stärken fokussiert. Ausflüge in Funk und HipHop sucht man auf dem komplett selbst produzierten Album jedenfalls vergeblich. Stattdessen gibt Almqvist von der ersten Sekunde an in "Veni, vidi, vicious"-Manier den Zeremonienmeister. Der bissige Opener "Come on!" benötigt in knapp über einer Minute nicht mehr als die beiden Titel-Vokabeln, um den perfekten Einstieg in ein Hives-Album zu zimmern. "1000 answers" ist ein weiterer stramm gebürsteter Hit frisch aus der Garage. Das schönste Old-School-Feeling gibt es aber wohl in "These spectacles reveal the nostalgics", das vor Energie fast zu zerbersten droht.

Dennoch ist "Lex Hives" kein dumpfer Rückgriff auf Althergebrachtes. Ihre Experimentierfreude haben die Schweden keineswegs verloren, sie verstecken sie lediglich geschickter unter der Oberfläche. Die dicken Riffs zu Beginn von "I want more", der feiste Bluesrock in "Without the money" oder Almqvists Grabesgesang im Intro zu "My time is coming" sind nur einige Farbtupfer, die The Hives dem Album verpassen. Der oftmals in den Vordergrund gerückte Bass ist zudem sicherlich eine Folge der einstigen Kollaborationen mit Timbaland und Pharell Williams. Das Rahmenwerk stimmt auf "Lex Hives" also. Die praktische Ausführung in den allermeisten Fällen ebenfalls. Lediglich die Single "Go right ahead" mag nicht richtig zünden und erinnert eher an den schüchternen Bruder von "Walk idiot walk". Für eingängige Hits wie "Take back the toys" verzeiht man den Hives den leichten Ausrutscher aber gerne. Zurück bleibt am Ende die Frage: Wie geht es für die Schweden nun weiter, nach dem stilistischen Schritt zurück? Wir erfahren es in vermutlich vier oder fünf Jahren.

(Mark Read)

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Highlights

  • 1000 answers
  • I want more
  • Take back the toys

Tracklist

  1. Come on!
  2. Go right ahead
  3. 1000 answers
  4. I want more
  5. Wait a minute
  6. Patrolling days
  7. Take back the toys
  8. Without the money
  9. These spectacles reveal the nostalgics
  10. My time is coming
  11. If I had a cent
  12. Midnight shifter

Gesamtspielzeit: 31:05 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Spül mich an
2016-03-28 16:21:40 Uhr
Come On, Patrolling Days
Die Spülmaschiiiiien
2016-03-28 16:19:17 Uhr
Hast du einen Anspültipp parat?
Rainer Rokker
2016-03-28 16:18:15 Uhr
Nach langer Zeit mal wieder gehört.
Goiles Album.
jaja
2012-06-20 22:38:17 Uhr
7/10 ist leider nur noch durchschnittlich. Ich würd' sagen, dass bis zur 8/10 rezensionen nur noch fans zugreifen sollten. plattentests.de hat dazu ziemlich abgebaut. man sollte sich hinterfragen, ob man wirklich streng genug beurteilt. 2002 war das nicht so "in erinnerung schwelg". Aber wie kann man das rückgängig machen? Gar nicht. "Danke." Aber es ist ja nicht nur "hier so". Bitte, um Himmels Willen hinterfragt euer Konzept auch wenn es nicht realisierbar ist. Bitte, einfach nur so. Als Spaß".
magnum
2012-06-20 21:23:08 Uhr
Muss sagen ich finde es gut, ich mochte das überproduzierte Black and White Album aber auch so gar nicht. Sicher nicht so wie in den Anfangstagen, aber angenehm back to the roots und mindestens auf einem Level wie Tyrannosaurus Hives. 7/10 geht diesmal in Ordnung.

Patrolling Days ist ziemlich geil.
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