Departure Lounge - Too late to die young

Departure Lounge- Too late to die young

Bella Union / EFA
VÖ: 22.03.2002

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Check in

"What you have is good" tönt es in meinem Kopf. Die Musik aus meinem Discman verschafft mir Distanz zu dem geschäftigen Treiben, das mich umgibt. Ich sitze in einer jener funktionalistisch-eleganten Abflughallen eines Großraumflughafens, der die Metropolen und Traumstrände dieser Welt miteinander verbindet. Durch das gläserne Dach kann ich verfolgen, wie im Minutentakt riesige Jumbos starten und als Punkt am Horizont verschwinden. "Be good to yourself", sei frei!

Liegt es an mir? Der Drang Alltag und Routine abzustreifen hat überhand genommen. Ich muß raus. Das Flugticket in meiner Hosentasche vermittelt Sicherheit und Freiheit zugleich. Ich entferne mich und kann doch wieder zurückkehren, mich befreien und muß doch nicht alles zurücklassen. Departure Lounge heißt die Band, die meine Gedanken beim Fliegen begleitet. Zurückgelehntes, entspanntes Experimentieren mit dem Schönen dieser Welt. Ein weiter, offener Horizont anstelle der bedrückenden Enge vertrauter Vorstellungen. Trompeten treffen auf eine Vielzahl von Gitarrenklängen, verstecken sich hinter den Tönen einer Hammond-Orgel und tauchen schließlich wieder zwischen Bongo und Piano auf. Jake Kyles sanfte Stimme ist der rote Faden, der diese abenteuerliche Mischung zu einem Rundum-Sorglos-Paket zusammenschnürt.

"I love you" ist die perfekte Liebeserklärung an noch zu machende Bekanntschaften, das akustische "Tubular belgians in my goldfield" glänzt nicht nur im Titel durch weltentrücktes Spinnertum, und "Coke & flakes" ist eine abgedrehte Mischung aus melodischem Country-Auftakt und verschrobenem Indie-Abspann. Über das faszinierte Lauschen habe ich die Zeit vergessen. Ich nehme die Kopfhörer ab. Unter lautem Klackern erscheint mein Flug auf der Abflugtafel an oberster Stelle, eine Lautsprecherstimme verkündet die letzte Eincheckmöglichkeit. Es ist zu spät, um jung zu sterben: Carpe diem.

(Thorsten Thiel)

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Highlights

  • Straight line to the kerb
  • I love you
  • Silverline

Tracklist

  1. Straight line to the kerb
  2. What you have is good
  3. King Kong Frown
  4. I love you
  5. Alone again, and
  6. Tubular belgians in my godfield
  7. Be good to yourself
  8. Over the side
  9. Coke & flakes
  10. Silverline
  11. Animals on my mind

Gesamtspielzeit: 48:52 min.