Kristofer Åström & Hidden Truck - Northern blues

Kristofer Åström & Hidden Truck- Northern blues

V2 / Zomba
VÖ: 08.04.2002

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Am I evil?

Ja, ja, wir wissen schon lange, daß Quiet das neue Loud ist. Wir wissen, wie es klingt, wenn sensible Menschen zu noch sensibleren Gitarrenklängen leiden und die Melodien unter all der Feinfühligkeit scheinbar zerbersten. Wir haben erlebt, wie Tränen flossen und Herzen zerbrachen. Wir erkoren Sänger wie Elliott Smith, Fran Healy und Chris Martin zu den Göttern der Stille und beteten ihre zartschmelzenden Harmonien an.

Das alles ist nun auch schon wieder ein ganzes Weilchen her. Ein Jahr nach dem Hype trägt man plötzlich wieder Holzfällerhemden und läßt die Verstärker jaulen. Loud is the new Quiet? Nicht ganz. Denn noch immer seufzen vereinzelte Herzen um die Wette. Eines davon gehört dem Schweden Kristofer Åström, der ansonsten mit Fireside zur nordischen "Elite" zählt. Und genau wie seine Stammband immer auf der Suche nach neuen Ufern ist, sind die stillen Momente auf "Northern blues" keineswegs nur Lagerfeuerbeschallung.

Zu den sanften Klängen gesellen sich hier nämlich raffinierte Widerbortisgkeiten in Form verschrobener Streicherarrangements, verhuschter Echos und sorgfältig zusammengebastelter Klaviersprengsel. Sogar ein gelegentliches Krächzen der Gitarre ist zu vernehmen. Åströms drei Mitstreiter bestechen dabei durch ihr Augenmaß und spielen keinen Ton zu viel. Statt den mitunter hippiesken Weicheirigkeiten der Kings Of Convenience nachzueifern, orientiert sich Åström viel eher an den atemlosen Folk-Kleinoden von Sparklehorse oder den Red House Painters.

Und so schüchtern, wie der Schwede manchmal wirkt, ist er nun wirklich nicht. Wer Zeilen wie "How come you've got your health? / Why don't you mind your own self? / I hope you'll burn in hell" hinausflüstert, weiß, wie er seine Zähne zeigt, auch wenn die längst nicht jeden interessieren. Liebe und Schmerz gehören hier nicht nur zusammen, sondern kitzeln sich gegenseitig zu neuen Höhenflügen. Auf der aussichtslosen Flucht vor der Einsamkeit findet Åström immer wieder das Salz in seiner Wunde: "It's not possible / To be what you are / You are my real scar."

(Oliver Ding)

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Highlights

  • All lovers hell
  • How can you live with yourself?
  • Not there
  • A matter of seconds

Tracklist

  1. All lovers hell
  2. How can you live with yourself?
  3. Defender
  4. Not there
  5. You don't know how good you are
  6. A matter of seconds
  7. Connected
  8. Years since yesterday
  9. She loves me
  10. Summer version

Gesamtspielzeit: 50:30 min.

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